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a-t 2006; 37: 58-9 |
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UMCKALOABO, DIE LEBER UND SPITZNER |
Den Bericht über Verdacht auf Leberschädlichkeit des Pelargonium-Pflanzenextraktes UMCKALOABO in a-t 2006; 37: 41-2 interpretiert die Firma Spitzner als Diskreditierung ihres Produktes. In Anschreiben "an alle Apotheken und Ärzte" behauptet sie, ein Zusammenhang mit der Einnahme sei "unwahrscheinlich", weil der beschriebene Patient "über lange Jahre zusätzlich ein Präparat mit bekanntermaßen leberschädigendem Potenzial (Ibuprofen) eingenommen hat" und weil die klinische Dokumentation "keinen Hinweis auf mögliche pathologische Leberveränderungen" ergebe.1 Spitzner wolle "alle rechtlichen Optionen" prüfen, um gegen die "diffamierende Darstellung vorzugehen".1 Inzwischen hat die Firma bei mindestens vier Tageszeitungen, die das a-t zitiert haben, Gegendarstellungen eingefordert. Darin wird behauptet: "Wahr ist ..., dass hinsichtlich der in UMCKALOABO enthaltenen Wirkstoffe und ihren Dosierungen leberschädigende Wirkungen nicht festgestellt werden konnten. Dies bestätigt auch der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erteilte Zulassungsbescheid."2 Bei Redaktionsschluss erreicht uns ein weiterer Bericht über Hepatitis mit Anstieg der Transaminasen über 3.000 U/l bei einem knapp 2-jährigen Kind, das UMCKALOABO wegen Pharyngitis erhalten hat (NETZWERK-Bericht 14.118). Die finanzielle Basis der Firma Spitzner erscheint krisenanfällig. Knapp zwei Drittel des Umsatzes über öffentliche Apotheken von 77 Millionen € entfallen auf UMCKALOABO. Kritik am Nutzen des Präparates (a-t 2003; 34: 28-9) und Nebenwirkungsberichte treffen daher den Nerv der Firma. Das a-t selbst hat im Übrigen bis heute kein Gegendarstellungsersuchen erhalten. Verdachtsberichte der Fachkreise zu Nebenwirkungen entziehen sich nach unserer Einschätzung dem Prinzip der Gegendarstellung. Die Firmenbehauptungen nach dem Motto "wahr ist" erachten wir als Desinformation des Firmenmarketings. Ein solches Vorgehen ist nicht geeignet, Vertrauen für Produkt und Firma zu wecken, -Red.
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