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Vermehrt Herzattacken und Schlaganfälle unter Rofecoxib (VIOXX)? Hinweise auf ein kardiovaskuläres Schadpotenzial des neuen Cox-2-Hemmers Rofecoxib (VIOXX) haben in den USA die Aktienkurse des Herstellers MSD erschüttert. Nach vorläufigen Daten einer Studie mit 8.000 Patienten, in der Magen-Darm-Effekte unter Rofecoxib und dem nichtsteroidalen Antirheumatikum Naproxen (PROXEN u.a.) verglichen werden, kommen Herzattacken unter dem Cox-2-Hemmer deutlich häufiger vor (0,5% versus 0,1%). Auch Schlaganfälle werden signifikant häufiger beobachtet - Ereignisse, die man von einem Schmerzmittel nicht erwartet. Da COX 2 an der Unterdrückung prothrombotischer Reaktionen am Endothel großer Gefäße beteiligt ist, gaben wir bei Markteinführung eine mögliche Zunahme thrombotischer Ereignisse zu bedenken (a-t 1999; Nr. 12: 123-4). MSD verschleiert diese Befunde: Die unterschiedliche Rate zeuge nicht von einer spezifischen Schädlichkeit des Rofecoxib, sondern von einem kardioprotektiven Effekt des Thrombozytenaggregations-hemmenden Naproxen. Dies sei die erste Studie, in der sich eine Senkung von Herzattacken unter Naproxen zeige (Scrip 2000; Nr. 2536: 28, Merck & Co. [USA]: Pressemitteilung vom 28. April 2000/ati d). Dafür fehlt aber der Beleg, weil keine Plazebogruppe vorhanden ist und deshalb ein Nutzen von Naproxen vorgetäuscht sein kann. Viele NSAR beeinflussen zwar die Thrombozytenaggregation, jedoch wenig ausgeprägt. Therapeutisch lässt sich dieser Effekt daher nicht nutzen (a-t 1993; Nr. 9: 91). ASS ist überlegen, weil es die Plättchenaggregation irreversibel hemmt und gut dokumentiert ist, -Red.

 
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