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arznei-telegramm 2004; 35: 15



Kurz und bündig
 
 

ASPIRIN COMPLEX bei Erkältung? "ASPIRIN COMPLEX - der neue Weg bei Erkältung", bewirbt Bayer die seit kurzem erhältliche "bislang einzigartige" Kombination der zwei Uralt-Mittel Azetylsalizylsäure (500 mg ASS; ASPIRIN u.a.) plus Pseudoephedrin (30 mg) bei Schnupfen mit Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Zwei klinische Studien sollen Wirksamkeit und Verträglichkeit belegen. Nachvollziehen lässt sich dies indes nicht, da keine der beiden vollständig veröffentlicht ist. Obwohl bei Vorherrschen nur eines Symptoms laut Fachinformation ein Monopräparat zu bevorzugen ist, werden in die eine Untersuchung nur Personen mit Halsschmerzen eingeschlossen, in die andere lediglich Patienten mit mäßig bis stark verstopfter Nase (Bayer Vital: Fachinformation ASPIRIN COMPLEX, Stand Juli 2002; PTA heute 2003; Nr. 11, Sonderheft Seite 9-10). Sofern Fieber und Schmerzen bei Erkältungen überhaupt eine medikamentöse Behandlung erfordern, ist der Nutzen von ASS gut belegt. Anders sieht es beim Ephedrin-Abkömmling Pseudoephedrin aus: Im direkten Vergleich - allerdings bei allergischer Rhinitis - beseitigt das a-Sympathomimetikum Symptome bei verstopfter Nase schlechter und langsamer als der lokale Vasokonstriktor Oxymetazolin (NASIVIN u.a.; SELNER, J.C. et al.: Ann. Allergy 1991; 66: 43-7). Mögliche unerwünschte Effekte des Amphetaminabkömmlings umfassen zentral erregende Wirkungen wie Unruhe, Schlaflosigkeit und Angst bis hin zu Halluzinationen sowie kardiovaskuläre Symptome wie Herzrasen und Blutdruckanstieg. Ein bis auf einen Schnupfen gesunder 28-jähriger Mann erleidet einen Herzinfarkt nach Einnahme von 60 mg Pseudoephedrin (WIENER, I. et al.: Cathet. Cardiovasc. Diagn. 1990; 20: 51-3). Mehrfach ist ischämische Kolitis beschrieben (DOWD, J. et al.: Am. J. Gastroenterol. 1999; 94: 2430-4). Im NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION dokumentieren wir hypertensive Blutdruckwerte und Unwohlsein nach Einnahme von ASPIRIN COMPLEX, die sich nach Absetzen normalisieren (NETZWERK-Bericht 13.092). Schließlich ist auch ein Missbrauch von Pseudoephedrin nicht auszuschließen. Wir ziehen die kurzfristige bedarfsgerechte Anwendung lokaler Vasokonstriktoren wie Xylometazolin (OTRIVEN u.a.) vor, falls kochsalzhaltige Nasentropfen die Beschwerden nicht ausreichend lindern.



© arznei-telegramm 1/04