-
Startseite
-
a-t-Inhaltsverzeichnis
   aktuelles a-t
   Archiv
-
a-t-Volltextsuche
für Nichtabonnenten
-
Bereich für Abonnenten
   blitz-a-t
   e a-t
   a-t-Volltextregister
   NETZWERK-UAW
   Leserpost
-
atd Arzneimitteldatenbank
-
Glossar
-
a-t englisch  
-
Bestellungen
   arznei-telegramm
   Geschenkabo
   Bücher, CD,
   Sammelmappen
   atd
   Arzneimitteldatenbank
   Mitteilung
   an den Vertrieb
-
Wir über uns
-
Impressum
-
Datenschutz
-
 
arznei-telegramm 2005; 36: 52

 


TIBOLON (LIVIELLA) ERHÖHT RISIKO VON MAMMA- UND ENDOMETRIUMKARZINOM

Nach der im August 2003 veröffentlichten britischen Million Women Study, einer prospektiven Kohortenstudie zu Risiken der Hormontherapie nach den Wechseljahren, geht das 19-Nortestosteronderivat Tibolon (LIVIELLA) wie andere weibliche Sexualhormone mit erhöhtem Brustkrebsrisiko einher (relatives Risiko [RR] 1,45; 95% Vertrauensbereich [CI] 1,25-1,68; a-t 2003; 34: 80) (1). In der aktuellen Fachinformation zu Tibolon findet sich auch knapp zwei Jahre später kein Hinweis auf diesen Befund (2). Nach einer jetzt publizierten weiteren Auswertung der Million-Women-Study, die mehr als 700.000 bei Studienbeginn durchschnittlich 58 Jahre alte Frauen ohne Krebs oder Hysterektomie in der Vorgeschichte umfasst, erhöht sich unter Einnahme von Tibolon auch das Risiko eines Karzinoms der Gebärmutterschleimhaut (RR 1,79; 95% CI 1,43-2,25). Die Gefährdung nimmt mit der Dauer der Anwendung zu. Werden Mamma- und Endometriumkarzinome zusammen betrachtet, scheint die Einnahme von Tibolon etwas weniger riskant zu sein als die der Kombination von Östrogen und Gestagen. Gegenüber Nichteinnahme von Hormonen ergibt sich nach den Berechnungen der Autoren jedoch eine beträchtliche Zunahme, bei Brustkrebs von 13,6 auf 19,9 Neuerkrankungen pro 1.000 Frauen, bei Endometriumkarzinom von 3 auf 5,7 Neuerkrankungen pro 1.000 Frauen in fünf Jahren (3).



1

Million Women Study Collaborators: Lancet 2003; 362: 419-27

2

Organon: Fachinformation LIVIELLA, Stand Okt. 2003

3

Million Women Study Collaborators: Lancet 2005; 365: 1543-51



© arznei-telegramm 5/2005