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Echinacea-Produkte (ECHINACIN u.a.) werden unter anderem zur unterstützenden Behandlung rezidivierender Infekte der Atemwege empfohlen. Bislang sahen wir aufgrund des unbelegten Nutzens keine Indikation für die Anwendung (a-t 2003; 34: 15).
In einer aktuellen, auch in der Tagespresse (1) aufgegriffenen Metaanalyse (2) zur präventiven oder therapeutischen Einnahme von Echinacea bei Erkältungskrankheiten errechnen die Autoren jedoch eine beeindruckende Wirksamkeit: Echinacea-Extrakt soll demnach vorbeugend eingenommen das Risiko, sich eine Erkältung zuzuziehen, um fast 60% reduzieren und bei Behandlung einer bereits eingetretenen Erkrankung die Dauer um durchschnittlich 1,4 Tage verkürzen. Die Arbeit kommt damit trotz ähnlicher Datenbasis zu günstigeren Ergebnissen als eine Cochrane-Übersicht (3), die für die Prävention keinen gesicherten Nutzen und für die Behandlung eine mögliche, jedoch nicht einheitlich nachgewiesene Wirksamkeit beschreibt. Die vorsichtigen Schlussfolgerungen der Autoren der aktuellen Metaanalyse, die vor einer allgemeinen Empfehlung die Durchführung großer Studien fordern, sind mehr als berechtigt, wenn man sich die Datenbasis genauer ansieht.
Den eingeschlossenen Studien wird nach Anwendung des "Jadad-Scores*" mäßige bis gute Qualität bescheinigt. Dieses "Gütesiegel" erhalten jedoch auch Arbeiten mit eklatanten methodischen Mängeln wie unklarer oder fehlerhafter Randomisierung, nicht validierter Messverfahren und Auswertung multipler Endpunkte ohne Adjustierung. In einer Studie werden nur Mitarbeiter des ECHINACIN-Herstellers Madaus eingeschlossen, die Verblindung aber nicht überprüft (4). Besonders ärgerlich ist, dass die Autoren der Metaanalyse die Studien nach einem nicht näher beschriebenen Prinzip "gewichten". Bei diesem Verfahren bleibt eine große, qualitativ gute Negativstudie (5) nahezu ohne Einfluss auf die Ergebnisse, während kleine Arbeiten mit eklatanten Mängeln, die erhebliche Nutzenvorteile beschreiben, hoch gewichtet werden (6,7). Eine israelische Studie (8) mit 430 Kindern bekommt in den Auswertungen zu Prävention und Therapie jeweils das größte Gewicht, obwohl 25% der Teilnehmer die Studie vorzeitig abbrechen und nicht in die Auswertung eingehen und das statistische Verfahren offenbar während der laufenden Studie geändert wurde. Zudem wird in dieser Studie eine Kombination von Echinacea, Propolis ("Bienenharz") und Vitamin C getestet, sodass der angebliche Behandlungseffekt ohnehin nicht sicher Echinacea zugeschrieben werden kann.
Zu allem Überfluss werden die Ergebnisse einer weiteren Studie (9) falsch dargestellt: Statt des für Echinacea numerisch ungünstigen Ergebnisses (längere Krankheitsdauer als unter Plazebo) werden die Daten umgedreht und als Vorteil für Echinacea in die Berechnung einbezogen. Die gesamte Metaanalyse bleibt daher ohne jegliche Beweiskraft und hätte den Lesern erspart werden können.
Bei nicht belegter Wirksamkeit wiegen potenzielle Störwirkungen schwer: Ausgeprägte immunologische Reaktionen, vor allem auffällig bei der nicht mehr verfügbaren parenteralen Verabreichung, können auch bei Anwendung per os auftreten (a-t 1999; Nr. 3: 40).
 | Die neue Metaanalyse zur prophylaktischen und therapeutischen Wirksamkeit von Echinacea-Produkten (ECHINACIN u.a.) bei Erkältungen bleibt aufgrund schwerer methodischer Mängel ohne Aussagekraft.
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 | Die Wirksamkeit von Echinacea ist nach wie vor nicht gesichert. Deshalb und aufgrund der möglichen Störwirkungen raten wir von der Anwendung ab.
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