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"RELAXATIONSTROPF"
GEGEN AKUTE LUMBOISCHIALGIE

Unser derzeitiges Prozedere in der Orthopädie einer größeren Klinik bei akuter Lumboischialgie beinhaltet einen "Relaxationstropf" mit VALIUM 10 mg, Vitamin-B-Komplex und als Relikt aus der Vergangenheit RONICOL, dessen Herstellung erst vor kurzem eingestellt wurde. Die Mischung wirkt empirisch gut und wird i.v. appliziert, was den Patienten für ca. 3 h an sein Bett (Stufenbett) auch therapeutisch sinnvoll bindet. Wie sinnvoll ist die angegebene Rezeptur?

Dr. med. N. N.
D-3320 Salzgitter

Die Gabe von Diazepam (VALIUM u.a.) bei Lumboischialgie kann sinnvoll sein, da durch die muskelrelaxierende Wirkung des Benzodiazepins muskuläre Verspannungen vermindert werden, die durch den Schmerz ausgelöst sind oder den Schmerz unterhalten können. Allerdings ist die Dosierung von 10 mg sehr niedrig gewählt. In der Regel sind für eine gute muskelrelaxierende Wirkung 30 bis 50 mg erforderlich.

Die Beimischung von Vitamin-B-Komplex hat u.E. keinen therapeutischen Nutzen bei Lumboischialgien. Das gleiche gilt für Pyridylcarbinol (RONICOL u.a.), das vielleicht dem Patienten durch die Förderung der Hautdurchblutung ein angenehmes warmes Gefühl vermitteln mag, aber sonst nichts bewirken dürfte. Andererseits sind gravierende Störwirkungen möglich (Provokation von Magenulzera, Leberschäden, diabetische Stoffwechsellage u.a.). Deshalb erscheint die Anwendung zur Auslösung von Störwirkungen an der Haut wenig rational begründbar (–Red.).

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