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Nebenwirkungen

INTRAUTERINE WACHSTUMSVERZÖGERUNG
DURCH ATENOLOL (TENORMIN U. A.)

Der kardioselektive Betablocker Atenolol (TENORMIN u. a.) wird zur Behandlung des Hochdrucks in der Schwangerschaft verwendet. In einer prospektiven, doppelblind angelegten Untersuchung an 29 Schwangeren mit mildem Hochdruck ab Ende der 15. Schwangerschaftswoche hatten die Kinder der Atenolol-Gruppe ein signifikant niedrigeres Geburtsgewicht (2.620 g) als in der Kontrollgruppe (3.530 g). 5 der 15 Atenolol-exponierten Kinder lagen unterhalb der 5. und 10 unterhalb der 10. Perzentile. In der Plazebo-Gruppe lag lediglich 1 Kind unterhalb der 25. Perzentile. Ähnliche Unterschiede fanden sich in beiden Gruppen hinsichtlich des durchschnittlichen Plazentagewichtes. Die Schwangerschaftsdauer war in beiden Gruppen gleich. Nach einem Jahr hatten die Kinder der Atenolol-Gruppe ihren Wachstumsrückstand aufgeholt.1

Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu einer älteren doppelblinden Studie an 120 Frauen mit mildem bis mäßigem schwangerschaftsassoziiertem Hochdruck ab drittem Trimenon, in der sich keine intrauterine Wachstumsverzögerung unter Atenolol fand.2 In der jüngsten Studie nahmen die Frauen den Betarezeptorenblocker etwa 18 Wochen länger ein als in der älteren Untersuchung. Vielleicht läßt sich die Wachstumsretardierung durch die längere Expositionszeit erklären.1

FAZIT: Möglicherweise führt die Langzeiteinnahme von Atenolol (TENORMIN u. a.) zur intrauterinen Wachstumsverzögerung. Hierauf deutet eine kontrollierte Studie an 29 Frauen mit mildem Bluthochdruck in der Schwangerschaft, die ab dem Ende des ersten Trimenon Atenolol einnahmen.

1

BUTTERS, L. et al.: Brit. Med. J. 301 (1990), 587

2

RUBIN, P. C. et al.: Lancet 1 (1983), 431


© 1990 arznei-telegramm

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