Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
Verschen­ken Sie ein Abo des arznei-telegramm® – die unabhängige Arzneimittelinformation für Ärzte und Apotheker.
Hier geht es zum
Bestell­formular
vorheriger Artikela-t 1994; Nr. 7 : 63nächster Artikel
Kurz und bündig

Glyzeroltrinitrat-Pflaster (NITRODERM TTS u. a.) gegen drohende Frühgeburt? Frühgeburtlichkeit ist hierzulande die häufigste Ursache der Säuglingssterblichkeit (a-t 6 [1991], 51). Der Nutzen betasympathomimetischer Wehenhemmer wie Fenoterol (PARTUSISTEN) ist umstritten (vgl. a-t 8 [1992], 76). Dreizehn Frauen mit z.T. wiederholten Episoden drohender Frühgeburt in der 23. bis 33. Schwangerschaftswoche erhalten Glyzeroltrinitrat-Pflaster (NITRODERM TTS u. a.), um die vorzeitigen Wehen zu hemmen. Die Behandlung mit täglich einem oder zwei der pro 24 Stunden 10 mg freisetzenden Pflaster wird solange fortgeführt, bis die Gebärmutterkontraktionen vollständig abklingen – bei den meisten Probandinnen innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Mit Hilfe des Nitrats lassen sich die Schwangerschaften im Mittel um 34 Tage verlängern. Eine Frau mit bekannter Zervixinsuffizienz gebiert ihr Kind innerhalb von 24 Stunden nach Therapiebeginn. Ein Drittel der Frauen klagt über Kopfschmerzen. Bei einer fällt der Blutdruck vorübergehend ab. Glyzeroltrinitrat läßt die Herzfrequenz der Ungeborenen unbeeinflußt. Die bisher geborenen Kinder haben offensichtlich keine Schäden davongetragen. Das Nitro-Präparat gibt das – auch endogen gebildete – Stickstoffmonoxid ab, das die glatte Muskulatur der Gefäße, des Darmes und des Urogenitaltrakts relaxiert. Ein prospektiver Vergleich des in der Behandlung der Angina pectoris bewährten Mittels mit Standardtokolytika und Plazebo steht aus (LEES, C. et. al.: Lancet 343 [1994], 1325 / ati d).


© 1994 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 1994; Nr. 7 : 63nächster Artikel