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Tuberkulose-Vorbeugung: Wer soll geimpft werden? Nach einer Metaanalyse von 14 prospektiven kontrollierten Untersuchungen und 12 Fallkontrollstudien senkt die BCG-Impfung (BCG-VACCINE BEHRING) in der Kindheit das Tuberkuloserisiko durchschnittlich etwa um die Hälfte (COLDITZ, G. A. et al.: J. Am. Med. Ass. 271 [1994], 698). Da in Deutschland das Risiko, sich mit den Mykobakterien zu infizieren, für Kinder schätzungsweise unter 0,015% liegt, entfällt die generelle Impfung aller Säuglinge. Das Deutsche Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose rät jedoch zur Impfung für Kinder, die für längere Zeit in Gebiete mit hoher Tuberkulosehäufigkeit übersiedeln. Für Kinder ohne Tuberkulinreaktion, die selbst oder deren Eltern aus solchen Regionen stammen, sind die Impfregelungen der jeweiligen Länder anzuwenden. Tuberkulin-positiven Kindern aus diesem Personenkreis, die keine BCG-Narbe haben, soll eine vorbeugende Chemotherapie angeboten werden. Tuberkulostatika werden außerdem empfohlen für Kinder, die mit Personen zusammenwohnen, die an aktiver Tuberkulose erkrankt sind. Patienten mit Abwehrschwäche dürfen nicht mit BCG- Vakzine geimpft werden. Da man den Immunstatus Neugeborener in der Regel nicht kennt, ist eine Verschiebung der Impfung auf ein Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren in Betracht zu ziehen, um eine Impfung bei angeborenem Immunmangelsyndrom zu vermeiden. Erwachsene, für die eine Schutzwirkung der Impfung nicht gesichert ist, sollen bei Exposition eine Chemoprophylaxe erhalten (FERLINZ, R. et al.: Pneumologie 47 [1993], 563).


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