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Niedrigmaligne Magenlymphome heilbar durch Helicobacter-pylori-Sanierung? Der an der Entstehung von Zwölffingerdarm- Geschwürsrezidiven mutmaßlich beteiligte Erreger Helicobacter pylori scheint auch zur Entwicklung niedrigmaligner Magenlymphome beizutragen. In alten Serumproben von Patienten mit Non-HODGKIN-Lymphom des Magens lassen sich frühere H.-pylori-Infektionen deutlich häufiger nachweisen als bei nichterkrankten Kontrollpersonen (PARSONNET, J. et al.: N. Engl. J. Med. 330 [1994], 1267). Fast alle Patienten mit primären B-Zell-Magenlymphomen vom Typ MALT (mucosa associated lymphoid tissue) tragen den Erreger. Zellkulturen niedrigmaligner Tumoren dieses Typs werden durch H. pylori zur Proliferation angeregt (HUSSELL, T. et al.: Lancet 342 [1993], 571). Umgekehrt bilden sich niedrigmaligne MALT-Lymphome zurück, wenn der H.-pylori-Befall mit Antibiotika und Wismut bzw. Säureblocker saniert wird. Bei fünf von sechs Patienten mit primären niedrigmalignen B-Zell-MALT-Lymphomen und H.-pylori-Infektion ließ sich innerhalb von zehn Monaten nach Elimination des Keims kein Malignom mehr nachweisen, bei einem fand sich noch ein Lymphom-verdächtiges Infiltrat. Ob die Betroffenen dauerhaft geheilt sind, bedarf weiterer Untersuchungen. Im Vergleich zu Operation und Chemotherapie ist das Antibiotika-Regime weniger riskant und kostengünstiger. Die Autoren empfehlen für niedrigmaligne MALT-Magenlymphome die Helicobacter-Sanierung als ersten Behandlungsschritt (WOTHERSPOON, A. C. et al.: Lancet 342 [1993], 575/ati d).


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