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Chronisch myeloische Leukämie – Nutzen von Interferon alfa-2a (ROFERON-A) bestätigt: Patienten mit chronisch myeloischer Leukämie (CML) sterben durchschnittlich drei bis vier Jahre nach Diagnosestellung in der Blastenkrise. Nur für wenige kommt eine kurative Knochenmarktransplantation in Frage. Palliative Chemotherapie hält die Leukozytenzahl in Grenzen und zögert das Auftreten von Symptomen hinaus. Nach einer kontrollierten Studie italienischer Hämatologen verlängert eine Behandlung mit täglich durchschnittlich etwa 4 Mio IU Interferon alfa-2a (ROFERON-A) pro m2 Körperoberfläche das Leben. Nach sechs Jahren leben 50% der 218 mit dem Zytokin Behandelten, dagegen nur 29% der 104 Patienten, die Hydroxycarbamid (LITALIR, SYREA) bzw. Busulfan (MYLERAN) erhalten. Unter Interferon kommt es häufiger zu Störwirkungen, darunter grippeähnliche Beschwerden, Übelkeit, Durchfall, Gewichtsverlust, Blutschäden sowie Depression, Verwirrtheit, Asthenie, Polyneuropathie und andere Symptome am Nervensystem (BACCARANI, M. et al.: N. Engl. J. Med. 330 [1994], 820/ati d). Eine US-amerikanische Studie läßt erkennen, daß auch niedrigere und damit wahrscheinlich besser verträgliche Interferon-Dosen wirksam sind. 27 Patienten erhalten innerhalb eines Jahres nach Diagnose einer CML dreimal wöchentlich 2 Mio IU Interferon alfa-2a pro m2 Körperoberfläche. Nach durchschnittlich zweieinhalbjähriger Behandlung wird die Drei- bzw. Fünf-Jahres-Überlebensrate auf 79% bzw. 73% geschätzt. Sie liegt damit gleich hoch oder höher als in historischen Kontrollgruppen, die stärkere Dosierungen erhielten (SCHOFIELD, J. R. et al.: Ann. Intern. Med. 121 [1994], 736).


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