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Kurz und bündig

Ozonkiller Asthmaspray und Alternativen: 1995 werden in Deutschland 1000 Tonnen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) als Treibgase für Asthma-Dosieraerosole abgefüllt. Nach dem drastischen Rückgang in der Kältetechnik oder bei Schäumen in den letzten Jahren haben die für Asthmamittel verwendeten FCKW, bezogen auf die deutsche Gesamtproduktion, jetzt einen Anteil von knapp 38% an der Zerstörung der Ozonschicht. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine gerade veröffentlichte Greenpeace-Studie. Selbst Neueinführungen wie Salmeterol (AEROMAX, SEREVENT; s. Seite 114) kommen noch als FCKW-haltige Aerosole in den Handel (SEREVENT Pulverinhalat "Diskus" soll 1996 folgen). Die in den nächsten Jahren zu erwartenden Dosieraerosole mit chlorfreien halogenierten Treibgasen (FKW) werden zwar nicht mehr die Ozonschicht schädigen, aber weiterhin zur Klimaerwärmung beitragen. Als einzige klimaverträgliche Alternative gelten Pulverinhalate (Greenpeace-Studie: "FCKW. Keine Entwarnung für Ozonschicht und Erdklima", Stand: Mai 1995/ati d). Während Dosieraerosole nahezu unabhängig vom Energieaufwand des Patienten eingeatmet werden können, benötigen Pulverinhalate in der Regel einen inspiratorischen Fluß von mindestens 30 l/min, damit genügend Wirkstoffpartikel in die Lunge gelangen. Kinder unter fünf Jahren und Asthmatiker mit schweren Anfällen können diesen Atemfluß meist nicht aufbringen. Für diese Patienten sind treibgasgetriebene Dosieraerosole bislang unabdingbar. Für die meisten Asthmatiker bedeuten Pulverinhalate jedoch keine Einbußen im therapeutischen Nutzen (KÖHLER, D.: Dtsch. med. Wschr. 120 [1995], 1401).


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