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Norwegische Daten zu venösen Thromboembolien unter MARVELON: Nach Veröffentlichung mehrerer Studien zum erhöhten Risiko tiefer Venenthrombosen unter Einnahme Gestoden (FEMOVAN, MINULET)- oder Desogestrel (LOVELLE, MARVELON u.a.)-haltiger oraler Kontrazeptiva (a-t 2 [1996], 17) schränken auch die norwegischen Behörden die Indikation von MARVELON ein, der einzigen dort erhältlichen Kombination mit einem Gestagen der sog. dritten Generation: MARVELON darf demnach analog der britischen Empfehlung (a-t 2 [1996], 17) nur verordnet werden, "wenn andere orale Kontrazeptiva als nicht geeignet" gelten. Erkenntnisse aus der norwegischen Nebenwirkungserfassung gehen mit der internationalen Datenlage konform. Mit 1,4 Ereignissen pro 10.000 Frauenjahren liegt die Häufigkeit gemeldeter Venenthrombosen und Lungenembolien unter MARVELON in der norwegischen Spontanberichterstattung von 1990 bis 1994 doppelt so hoch wie unter den in Norwegen verbreiteten Norethisteron- bzw. Levonorgestrel-haltigen Dreiphasen-"Pillen" (TRINORDIDOL u.a.). Auch Einphasenpräparate vom Typ MICROGYNON schneiden deutlich besser ab als MARVELON. Bereits 60 µg Desogestrel reichen für eine 100%ige Ovulationshemmung aus. MARVELON ist mit 30 µg Ethinylestradiol somit in bezug auf das Östrogen "niedrig dosiert", mit 150 µg Desogestrel jedoch nicht hinsichtlich des Gestagens (Nytt fra Statens Legemiddelkontroll 12 [1995], 3).


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