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Korrespondenz

KOSMETIKUM KORTIKOSTEROIDHALTIG?

Können Sie mir Auskunft geben zu CAPSOFT-Creme der Firma Synopharm? Dieses "Wundermittel" für Neurodermitis wirkt tatsächlich gut. Der Verdacht liegt nahe, daß in dem Kosmetikum undeklariertes Cortison enthalten ist.

Dr. med. F. SCHUBERL (Allgemeinarzt)
D-94535 Eging am See

Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker teilt auf Anfrage der Redaktion mit:

CAPSOFT Creme wurde in der Vergangenheit einmal von uns wegen des Verdachtes auf eine unzulässige Kortikosteroid-Beimengung untersucht. Dabei haben wir ein negatives Ergebnis erhalten, d.h., mit den von uns verwendeten Analysenverfahren konnten keine Kortikosteroide synthetischen Ursprungs in Konzentrationen von über 0,05% nachgewiesen werden. Ob der Creme natürliche Substanzen vom Typ der Steroidalkaloid-Glykoside, die ebenfalls eine antiphlogistische Wirkung besitzen und in Blättern und Stengeln einiger Pflanzen vorkommen, zugesetzt worden waren, konnte im Rahmen dieser Untersuchung nicht geklärt werden. Wir haben uns jedoch intern vorgenommen, zu einem späteren Zeitpunkt diesem Problem nochmals mit einer empfindlicheren und aussagekräftigen Analysenmethode nachzugehen ...

Prof. Dr. H. BLUME, Dr. S. L. ALI
(Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker)
D-65760 Eschborn

Es wäre nicht das erste Mal, daß der auffällige Nutzen eines Kosmetikums bei Neurodermitis auf Kortikoiden oder kortikoidähnlichen Stoffen beruht. Bevor GOLDNERZ-Aufbaucreme 1988 auf pflanzliche Öle umgestellt wurde, enthielt es Nerzöl, dessen natürlicher Kortikoidgehalt zur Linderung von Hauterkrankungen beigetragen haben mag.

1994 wurde PEVIDERM Creme aus dem Verkehr gezogen. Dem Kosmetikum waren 16 bis 17 mg Fluocinonid (TOPSYM) pro 100 g Creme beigemengt (a-t 8 [1994], 76). Die zahlreichen Kortikoidvarianten, deren Vorhandensein einzeln überprüft werden müßte, erschweren eine lückenlose Erfassung, –Red.


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