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Korrespondenz

THALIDOMID GEGEN DERMATOSEN

Mit Interesse habe ich den Beitrag zur "Renaissance" des Thalidomid (THALIDOMID GRÜNENTHAL; früher: CONTERGAN; a-t 7 [1996], 65) gelesen. In der Tat ist die von meinem Lehrer J. BARBA-RUBIO (Guadalajara, Mexiko)1 inaugurierte Therapie beim Lupus erythematodes discoides sehr gut wirksam. Die Neurotoxizität der Substanz mit bizarrer neurologischer Symptomatik zwingt leider bei vielen Patienten schon nach kurzer Behandlungsdauer zum Absetzen.2 Auch bei schwerem Erythema exsudativum multiforme (EEM) ist Thalidomid wirksam, wie wir schon 1982 bei einem Dachdecker, der wegen der Hauterkrankung erwerbsunfähig geworden war, zeigen konnten.3 In der mehr als 10 Jahre langen Nachbeobachtungszeit war der Patient unter 25 mg Thalidomid täglich erscheinungsfrei, eine Verringerung der Dosis führte jeweils prompt zum Rezidiv. Ich halte daher einen Behandlungsversuch mit Thalidomid in Einzelfällen bei den in Ihrem Beitrag genannten Dermatosen sowie bei therapieresistentem EEM und therapieresistenter Prurigo nodularis für gerechtfertigt, selbstverständlich unter sorgfältiger Überwachung der Patienten und unter Ausschluß von Frauen im gebärfähigen Alter.

Prof. Dr. med. F. BAHMER
(Dermatologische Klinik, Zentralkrankenhaus St.-Jürgen-Straße)
D-28205 Bremen

1

BARBA-RUBIO, J., F. FRANCO GONZALEZ: Dermatologia Rev. Mex. 19 (1975), 131

2

BAHMER, F. A.: Rev. Med. Hosp. Gen. Mex. 45 (1982), 148

3

BAHMER, F. A. et al.: Acta Dermato Venereol. 62 (1982), 449


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