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Kurz und bündig

Benigne Prostatahyperplasie – Alpharezeptorenblocker besser als Finasterid (PROSCAR): Gut 80% der Aufwendungen für Prostatamittel im Jahre 1995 von 390 Millionen DM (Apothekenabgabepreis) entfallen auf pflanzliche Medikamente, obwohl deren Nutzen fraglich erscheint (a-t 11 [1991], 100). Die übrigen 20% verteilen sich jeweils zur Hälfte auf den vor zwei Jahren eingeführten 5-Alpha-Reduktasehemmer Finasterid (PROSCAR) und Alphablocker. Finasterid verkleinert die Vorsteherdrüse, indem es die Bildung des Prostatawachstum- fördernden Dihydrotestosteron einschränkt (a-t 12 [1994], 114). Alpha1-Rezeptorenblocker setzen den Tonus im Bereich der prostatischen Harnröhre herab (2 [1995], 11). Dieser gilt zu 40% als ursächlich für den urethralen Widerstand. Eine von den Herstellern unterstützte plazebokontrollierte Studie an 1.200 Männern mit benigner Prostatahyperplasie und einjähriger Einnahme von täglich 10 mg Terazosin (FLOTRIN) oder 5 mg Finasterid bzw. der Kombination beider Mittel erlaubt jetzt den direkten Vergleich: Der Alphablocker bessert Symptome und Harnflußrate signifikant, während Finasterid zwar die Größe der Vorsteherdrüse verringert, jedoch Symptome und Harnflußrate unbeeinflußt läßt. Die Kombination beider Wirkprinzipien ist der Einnahme von Terazosin allein nicht überlegen (LEPOR, H. et al.: N. Engl. J. Med. 335 [1996], 533/ati d). Erst wenn die Auswertung auf Männer mit einem Prostatavolumen von über 50 ml zu Beginn der Behandlung beschränkt wird, läßt sich für Finasterid eine Steigerung der Harnflußrate um durchschnittlich 2,5 ml/s statistisch sichern (WALSH, P. C.: N. Engl. J. Med. 335 [1996], 586). Zur symptomatischen Beschwerdelinderung bei mäßigem Abflußhindernis ist somit ein Alpharezeptorenblocker vorzuziehen. Cave orthostatische Fehlregulation und Synkope (a-t 1 [1996], 15) sowie Blutdruckabfall mit Todesfolge bei gleichzeitiger Einnahme von Bluthochdruckmitteln (a-t 8 [1996], 81), –Red.


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