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Aktuell: Brustkrebs durch Prostatamittel Finasterid (PROSCAR)? Knapp drei Jahre nach Markteinführung von Finasterid (PROSCAR) überblickt die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA 214 Berichte über Gynäkomastie in Verbindung mit dem 5-alpha-Reduktasehemmer. Keine andere Störwirkung des Prostatamittels wird so häufig gemeldet. In einer britischen Studie liegt Finasterid mit einer Gynäkomastierate von 0,26 pro 1.000 Patientenmonate an der Spitze von 18 untersuchten Mitteln. Drei FDA-Mitarbeiter berichten jetzt über zwei Männer im Alter von 59 und 63 Jahren, bei denen unter der Therapie ein primäres intraduktales Mammakarzinom entdeckt wird. Einer der beiden dürfte das Karzinom schon vor Behandlungsbeginn gehabt haben. Es wird nach nur 35tägiger Finasterid-Einnahme festgestellt. Das Mittel hemmt die Umwandlung von Testosteron in seine Wirkform Dihydrotestosteron. Die Brustdrüse wächst, wenn sich die Balance androgener und östrogener Wirkungen zuungunsten der Androgene verschiebt. Ungleichgewicht der Sexualhormone gilt auch als eine Erklärungsmöglichkeit für Mammakarzinome bei Männern. Operationsbedürftige knotige Veränderungen fielen bereits in klinischen Studien mit Finasterid auf (GREEN, L. et al.: N. Engl. J. Med. 335 [1996], 823/ati d).


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