Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
arznei-telegramm®Die unabhängige Information zur Arzneitherapie.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 1997; Nr. 2: 22nächster Artikel
Kurz und bündig

Spätfolgen - Stilbestrol und Brustkrebs: Zwischen 1940 und 1970 erhielten Millionen Frauen Diethylstilbestrol (DES; CYREN u.a.) vor allem zur Vermeidung von Fehlgeburten. Obwohl das synthetische Östrogen in den 70er Jahren als Gynäkologikum vom Markt verschwand,* sind die Folgen nicht ausgestanden: Junge Frauen, deren Mütter in der Schwangerschaft mit Stilbestrol behandelt wurden, erkranken an Krebs der Scheide und des Gebärmutterhalses (1 von 1.000 Töchtern; a-t 6 [1971], 38). Töchter (50% bis 70%) und Söhne leiden an den Folgen der häufigen nicht malignen DES-bedingten Mißbildungen der Geschlechtsorgane. Auch die Mütter selbst sind betroffen: Eine Fall-Kontroll-Studie an über 500.000 US- amerikanischen Frauen bestätigt deren erhöhte Brustkrebsgefährdung. Der Gebrauch von Diethylstilbestrol steigert das Risiko tödlichen Brustkrebses um etwa ein Drittel. Die Gefährdung scheint sich mit größerem zeitlichen Abstand zur Exposition nicht zu verändern. Die Autoren raten, Frauen mit Stilbestrolbehandlung in der Vorgeschichte besonders zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren (CALLE, E. E. et al.: Am. J. Epidemiol. 144 [1996], 645).

*

Jedoch z.B. noch als HONVAN gegen Prostatakarzinom erhältlich. DES wurde noch in den 90er Jahren in der Tierzucht zur Masthilfe verwendet.


© 1997 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 1997; Nr. 2: 22nächster Artikel