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Nachwirkungen

HAARAUSFALL UNTER ANTIMYKOTIKUM TERBINAFIN (LAMISIL)

Holländische Kollegen berichten über neun Patienten mit Haarausfall in Verbindung mit mehrwöchiger Einnahme des Antimykotikums Terbinafin (LAMISIL). Zwei Betroffene verlieren ihre Haare büschelweise (Alopecia areata), ein dritter diffus. Bei sieben Personen kommt als Auslöser nur Terbinafin in Betracht. Bei zweien, die zusätzlich seit langem ein orales Kontrazeptivum bzw. Phenobarbital (LUMINAL u.a.), Valproinsäure (ERGENYL u.a.) und Phenytoin (PHENHYDAN u.a.) einnehmen, spricht der zeitliche Zusammenhang für Terbinafin als Ursache. Von drei Betroffenen ist bekannt, dass der Haarwuchs nach Absetzen des Antimykotikums wieder einsetzt.1 Auch in klinischen Studien trat Alopezie nach mehrwöchiger Einnahme von Terbinafin auf.2,3 Rote Liste 1996 und Fachinformation nennen die Störwirkung nicht.4,5

Bedrohliche Leber- und Blutschäden sowie schwere Hautreaktionen und auffällig häufige Geschmacksbeeinträchtigungen bis zum totalen Geschmacksverlust (a-t 1 [1993], 20; 11 [1994], 109) sprechen u. E. gegen die breite systemische Anwendung von Terbinafin bei Nagelmykosen, die zwar oft kosmetisch störend, aber harmlos sind. In Schweden hat Sandoz 1994 den Gebrauch der Tabletten auf Pilzinfektionen der Nägel eingeschränkt, wenn eine äußerliche Behandlung nicht möglich oder unwirksam ist (a-t 4 [1994], 40). In Deutschland fehlt eine solche Präzisierung der Indikation nach wie vor.


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