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Was tun bei Husten durch ACE-Hemmer? Bis zu 30% der Anwender von ACE-Hemmern müssen mit trockenem Reizhusten rechnen (a-t 4 [1993], 39). Die Beschwerden können zwar unter der Therapie abklingen, bei den meisten halten sie jedoch an und führen häufig zum Abbruch der Einnahme. Durch die Hemmung des Angiotensin-Converting-Enzyms, das auch am Abbau von Entzündungsmediatoren wie Bradykinin beteiligt ist, reichert sich Bradykinin im Gewebe an. Bradykinin soll den Husten entweder direkt fördern oder indirekt durch Stimulierung der Prostaglandin- und Thromboxan-Synthese. Nicht steroidale Antirheumatika hemmen die Prostaglandinsynthese und dämpfen ACE-Hemmer-Husten bei etwa der Hälfte der Betroffenen. Italienische Kliniker testen den seit zehn Jahren ausschließlich in Italien erhältlichen Thromboxan-Hemmer Picotamid (Italien: PLACTIDIL). In Italien ist das spärlich dokumentierte Picotamid als Thrombozytenaggregationshemmer zugelassen. In der vierwöchigen Crossover-Studie unterdrückt es durch Enalapril (XANEF u.a.) hervorgerufenen Husten bei acht der neun Hochdruckpatienten (MALINI, P. L. et al.: Lancet 350 [1997], 15/ ati d). In der Hochdruckbehandlung scheint uns Absetzen des ACE-Hemmers und Umstellung auf Betablocker oder Diuretika zweckmäßig und Therapie der Wahl. In der Behandlung der Herzinsuffizienz fehlen gut dokumentierte Alternativen. Wegen der Gefahr der Volumenüberladung ist der Rückgriff auf nicht steroidale Antirheumatika problematisch. Bei einem Teil der Patienten lohnt es sich abzuwarten, bis der Husten spontan abklingt. Bleiben die Beschwerden unerträglich, kann der nach vorläufigen Studien lebensverlängernd wirkende Angiotensin-II- Rezeptorblocker Losartan (LORZAAR; a-t 4 [1997], 45; 6 [1997], 69) versucht werden, -Red..


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