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Nebenwirkungen

ALLERGISCHE REAKTIONEN
UNTER ECHINACEA-EXTRAKTEN (ECHINACIN U.A.)

Auch in Australien erfreuen sich Echinacea-Extrakte (ECHINACIN u.a.) zunehmender Popularität. Sie sollen die körpereigene Abwehr steigern. Ein therapeutischer Nutzen ist durch klinische Studien nicht belegt.1 Wegen der sich seit 1996 häufenden Meldungen unerwünschter Wirkungen warnt jetzt die australische Arzneimittelbehörde.2 In den vergangenen Jahren gingen 37 Berichte zu Purpursonnenhutextrakten ein, davon 21 zu allergieartigen Effekten wie Bronchospasmus, Angioödem, Luftnot, Urtikaria und Schmerzen in der Brust. Zwölf Patienten wiesen eine allergische Disposition oder Asthmaanamnese auf. Wie für parenterale Echinacea-Präparate besser bekannt (a-t 4 [1991], 39), können auch orale Zubereitungen schwerwiegende immunallergische Reaktionen auslösen.

Im NETZWERK überblicken wir insgesamt 20 Berichte in Verbindung mit Echinacea-haltigen Präparaten, davon neun zu allergischen Störwirkungen mit teilweise lebensbedrohlichen Verläufen (vgl. a-t 12 [1996], 123): sechs nach i.v.-Gabe und drei nach Einnahme per os. So schwellen nach zweimaliger Einnahme des nicht rezeptpflichtigen ESBERITOX N Zunge und Rachen eines 63-jährigen Mannes massiv an. Die Verlegung der Atemwege macht eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich (Bericht 4510).

Bei unbewiesenem Nutzen, jedoch bekannten schwerwiegenden Störwirkungen, sehen wir keine Indikation für Echinacea-Produkte, - Red.

1

HAUSTEIN, K. O. in: SCHWABE, U., D. PAFFRATH (Hrsg.): "Arzneiverordnungs-Report 1998", Springer, Berlin 1999, Seite 326

2

Austr. Adv. Drug React. Bull. 18 (1999), 3


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