Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
arznei-telegramm®Die unabhängige Information zur Arzneitherapie.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 1999; Nr. 4: 47nächster Artikel
Kurz und bündig

Echinacea-Präparate zur Prophylaxe von Atemwegserkrankungen? Echinacea-Präparate erfreuen sich in Deutschland als sogenannte Immunstimulantien großer Beliebtheit. 1998 wurden 8 Millionen Packungen Echinacea-haltiger Präparate im Wert von 130 Millionen DM (Apothekenabgabepreis) umgesetzt. Unter anderem sollen die Sonnenhut-Mittel der Vorbeugung und Behandlung leichter Erkältungserkrankungen dienen. Der Nutzen ist bislang nicht durch qualifizierte kontrollierte Interventionsstudien belegt. Neue Erkenntnisse bringen jetzt zwei plazebokontrollierte Doppelblindstudien. In einer zwölfwöchigen Prüfung nehmen 302 Teilnehmer zweimal täglich 50 Tropfen eines alkoholischen Wurzelextrakts im Verhältnis 1:11 von Echinacea purpurea (in ESBERITOX N) oder Echinacea angustifolia (SALUS ECHINACEA u.a.) bzw. Plazebo ein. Weder die Zeit bis zum ersten Infekt der oberen Atemwege noch die Häufigkeit von Atemwegsinfekten insgesamt unterscheiden sich zwischen den drei Behandlungsgruppen (MELCHART, D. et al.: Arch. Fam. Med. 7 [1998], 541). Die Wirksamkeit als Prophylaktikum wird zudem mit dem alkoholischen Extrakt der oberirdischen Anteile von Echinacea purpurea (ECHINACIN u.a.) an 109 Personen untersucht, die im Jahr zuvor mehr als dreimal erkältet waren. Die achtwöchige Einnahme von zweimal täglich 4 ml des Pflanzenextrakts verringert weder Häufigkeit noch Zeitdauer oder Schwere neuer Atemwegsinfektionen, verglichen mit Scheinmedikament (GRIMM, W., H.-H. MÜLLER: Am. J. Med. 106 [1999], 138). Ein Nutzen von Echinacea-Präparaten zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten lässt sich also nicht sichern, -Red.


© 1999 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 1999; Nr. 4: 47nächster Artikel