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Entzugserscheinungen unter Venlafaxin (TREVILOR): Langsames Ausschleichen nach längerer Anwendung von Antidepressiva, insbesondere von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), soll Entzugserscheinungen vorbeugen (siehe auch a-t 12 [1994], 120). Für den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Venlafaxin (TREVILOR) empfiehlt Wyeth-Pharma eine schrittweise Reduktion um 25 mg oder 37,5 mg alle drei bis fünf Tage (Schreiben vom 16. März 1999) - mit Kosten von 50 DM bis 55 DM allein für die Absetzphase. Bereits einen Tag nach Dosisreduktion um 37,5 mg Venlafaxin wird ein 40-jähriger Mann von heftigem Schwindel und innerer Unruhe geplagt und verspürt erst Linderung nach Rückkehr zur ursprünglichen Dosis von 150 mg (NETZWERK-Bericht 9899). Übelkeit und Brechreiz verhindern das Absetzen des Mittels bei einer 39-jährigen Frau (8779). Mit seiner kurzen Halbwertszeit scheint Venlafaxin, ebenso wie das kurz wirkende Paroxetin (SEROXAT, TAGONIS), prädestiniert für Entzugserscheinungen zu sein. Auch nach vergessener Einnahme können massive Beschwerden innerhalb eines Tages auftreten (LEJOYEUX, M., J. ADÈS: J. Clin. Psychiatry 58 Suppl. 7 [1997], 11). Bereits bei ihrer ersten Verordnung ist bei antidepressiven Mitteln die Möglichkeit eines späteren Entzugssyndroms zu berücksichtigen (ROSENBAUM, J. F., J. ZAJECKA: J. Clin. Psychiatry 58 Suppl. 7 [1997], 37).


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