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Ist Bettruhe gefährlich? Jeder Mensch braucht Schlaf. Beschleunigt aber Bettruhe den Genesungsprozess kranker Menschen? In einer systematischen Übersicht untersuchen australische Autoren, ob sich Belege für diese verbreitete Annahme finden lassen. Dabei versuchen sie auch die Notwendigkeit von Bettruhe nach medizinischen Eingriffen zu klären. Nach Herzkatheteruntersuchungen mit Kathetern bis zu einer Dicke von sieben French reichen vier Stunden. Längeres Liegen senkt weder Blutungshäufigkeit noch Hämatombildung. Nach Lumbalpunktion, Spinalanästhesie oder Radikulographie bleibt Bettruhe ohne Einfluss auf Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit. Auch als therapeutische Maßnahme schneidet Liegen nicht besser ab. Bei akuten Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (a-t 3 [1999], 38), im Rahmen eines unkomplizierten Herzinfarkts, einer akuten infektiösen Hepatitis, bei Bluthochdruck während der Schwangerschaft sowie in der Anfangsphase von Geburtswehen schadet Liegen mehr als dass es nützt. Ruhen kann den normalen Geburtsablauf erschweren, geht bei Herzinfarkt mit häufigeren venösen Thrombosen einher oder verlängert die Krankheitsdauer bei Patienten mit Hepatitis (ALLEN, C. et al.: Lancet 354 [1999], 1229).


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