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Bedrohliche Haut- und Schleimhautreaktionen unter Cox-2-Hemmern: Eine 85-jährige Rentnerin nimmt wegen aktivierter Arthrose 200 mg Celecoxib (CELEBREX) ein. Wenige Stunden später schwellen Gesicht und Halsbereich an, verbunden mit einem juckenden Exanthem. Die Beschwerden bessern sich nach Absetzen des Cox-2-Hemmers (NETZWERK-Bericht 11.261). Ein massives urtikarielles Exanthem am ganzen Körper mit Lidödemen (11.269) bzw. Anschwellen der Mundschleimhaut mit beginnender Obstruktion, die vom berichtenden Arzt als lebensbedrohlich eingestuft wird (11.286), betrifft ebenfalls zwei über 75-jährige Frauen. Für Rofecoxib (VIOXX) dokumentieren wir Berichte über juckende Hautausschläge im Gesicht oder am Körper (10.411, 10.486, 10.532, 10.878), Schwellung im Bereich der Augenlider (10.486) sowie schwere generalisierte allergische Hautreaktion (10.905) und toxische epidermale Nekrolyse (11.178). Das BfArM (7. Juni 2001) überblickt 73 Berichte zu Hautschäden durch Coxibe, davon 14 zu Gesichts- oder Angioödemen. Die kanadische Behörde erhält in den ersten acht Monaten nach Zulassung von Celecoxib insgesamt 220 Verdachtsberichte. Bei 74 Patienten (34%) reagiert die Haut mit Juckreiz, Ausschlag, Urtikaria, Angioödem u.a. (Canadian ADR Newsletter 2000; 10: 2-4). Nach Auswertung des Herstellers Searle tritt Hautausschlag unter Celecoxib mehr als doppelt so oft auf (6,2%) wie z.B. unter Diclofenac (VOLTAREN u.a.; 2,8%). Die Häufigkeit von Angioödemen wird mit 2 pro 100.000 Patientenjahre angegeben (Searle & Co.: CLASS Advisory Committee Briefing Document vom 7. Febr. 2001). In Großbritannien wurden in zwölf Monaten insgesamt 1.120 Berichte zu Rofecoxib erfasst, darunter 35 Angioödeme (Current Problems 2000; 26: 13, s. auch a-t 2000; 31: 86). Kutane Störwirkungen von Cox-2-Hemmern, insbesondere von Celecoxib mit seiner Sulfonamidstruktur, erfordern besondere Aufmerksamkeit. Wir bitten gegebenenfalls um Bericht an unser NETZWERK.

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