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Korrespondenz

TROCKENE ENTZÜNDETE AUGEN DURCH BETABLOCKER

Wir bitten Sie um Hilfe bei einem unserer Patienten. Der Patient hat ständig stark gerötete, fast blutunterlaufene, entzündet aussehende Augen. Schon mehrere Augenärzte konnten nicht helfen, das Auge ist pathologisch ohne Befund (NETZWERK-Bericht 12.001). Die Uniklinik vermutet nun eine Arzneimittelnebenwirkung bzw. Interaktion. Der Patient nimmt zur Zeit folgende Medikamente ein: Molsidomin (CORVATON RETARD), Lovastatin (MEVINACOR), ASS (GODAMED), Enalapril (PRES), Enalapril + Hydrochlorothiazid (PRES PLUS) und Metoprolol (BELOC ZOK).

W. DOMINICK (Apotheker)
D-50171 Kerpen

Die beschriebenen Beschwerden an den Augen kommen unter der Therapie mit Betablockern wie Metoprolol (BELOC u.a.) relativ häufig vor. Die Patienten klagen zudem über trockene Augen, stechende Schmerzen und temporäre Sehstörungen. Betablocker können anscheinend die Funktion der Tränendrüsen hemmen und so direkt oder indirekt (pseudoallergisch) eine Entzündungsreaktion der Bindehaut auslösen.

Ob eine Beziehung besteht zu dem okulo-mukokutanen Syndrom, das von Practolol (DALZIC, außer Handel; vgl. a-t 1975; Nr. 4: 32) bekannt ist, bleibt offen. Die Beschwerden erinnern an eine abortive Verlaufsform dieser Störwirkung.

Die Symptomatik kann unangenehm sein, ist aber weder progredient noch bedrohlich. Deshalb bedeutet sie keine grundsätzliche Kontraindikation für die Anwendung von Betablockern. Dosisreduktion oder Wechsel auf einen hydrophilen Betablocker wie Atenolol (TENORMIN u.a.) könnte versucht werden, - Red.

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