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Herzrhythmusstörungen unter Cox-2-Hemmern: Während der Schmerzbehandlung mit Rofecoxib (VIOXX) nach Hüftoperation kommt es bei einer Patientin zu Schwellungen an den Händen sowie zur Tachykardie mit 200 Schlägen/min. Im Langzeit-EKG finden sich erhebliche ventrikuläre und supraventrikuläre Extrasystolen, außerdem Bradykardie- und Bigeminus-Episoden. Die ausgeprägten Herzrhythmusstörungen verschwinden nach Absetzen des Cox-2-Hemmers (NETZWERK-Bericht 12.655). Ventrikuläre Extrasystolen Lown III b (12.559) sowie prolongierte Tachykardie mit supraventrikulären Ektopien und Blutdruckabfall nach Rofecoxib (12.300) und reversible Herzrhythmusstörungen unter Celecoxib (CELEBREX; 12.106, 12.111) weisen darauf hin, dass Cox-2-Hemmer den Herzrhythmus beeinträchtigen können. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) liegen für Rofecoxib 14 Berichte über Tachykardie, 12 über Arrhythmie und 7 zu Herzklopfen vor. Für Celecoxib sind 7 (Tachykardie) bzw. 11 (Arrhythmie) Berichte dokumentiert (BfArM: Schreiben vom 30. Jan. 2003). Auch Vorhofflimmern, "Herzflimmern" und AV-Block werden genannt (BfArM: Schreiben vom 16. Aug. 2002). Aus Frankreich kommen drei Berichte über Torsade-de-pointes-Tachykardien unter Celecoxib (a-t 2002; 33: 88). Während in den USA in der Produktinformation auf verschiedene Herzrhythmusstörungen durch Celecoxib (Kammerflimmern), Rofecoxib (Vorhofflimmern, Bradykardie u.a.) bzw. das hierzulande nicht erhältliche Valdecoxib (USA: BEXTRA; Bradykardie, Vorhof- und Kammerflimmern, Herzblock) hingewiesen wird (REILLY, C.H. et al. [Hrsg.]: "Drug Facts and Comparisons", St. Louis [USA], Sept. 2002, Seite 842), beschränken sich die Hersteller hierzulande auf die Nennung von "Bradykardie" für Parecoxib (DYNASTAT) und "Palpitationen" für Celecoxib und Rofecoxib (http://www.fachinfo.de).

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