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Sehstörungen unter Cox-2-Hemmern: Während fünftägiger Einnahme von Rofecoxib (VIOXX) wird ein 66-jähriger Arzt an drei Tagen durch ein Flimmerskotom beeinträchtigt, das jeweils 20 Minuten lang anhält. Da es nach Absetzen des Cox-2-Hemmers nicht wieder auftritt, vermutet er einen Zusammenhang mit der Medikation (NETZWERK-Bericht 11.616). Im Rahmen der Überwachung neu eingeführter Arzneimittel in Neuseeland werden je einmal zentraler Gesichtsfeldausfall in Verbindung mit Celecoxib (CELEBREX) und vorübergehende Blindheit unter Rofecoxib sowie bei fünf Patienten weitere Beeinträchtigungen des Sehvermögens wie verschwommenes Sehen berichtet. Ein Betroffener verursacht einen Autounfall. Sehstörungen kommen auch unter klassischen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) vor. Möglicherweise wird die Netzhautdurchblutung durch Hemmung der Prostaglandinsynthese gestört. Je 1,4% der in der WHO-Datenbank dokumentierten Berichte zu Celecoxib und Rofecoxib betreffen Sehstörungen einschließlich z.T. vorübergehende Erblindung. Der Prozentsatz entspricht in der Größenordnung dem klassischer NSAR wie Diclofenac (VOLTAREN u.a., 1,9%) oder Ibuprofen (IMBUN u.a., 2,0%; COULTER D.M. et al.: BMJ 2003; 327: 1214-5). Auch für den neuesten Cox-2-Hemmer Valdecoxib (BEXTRA, a-t 2003; 34: 42) sind Störwirkungen am Auge, darunter Netzhautablösung, dokumentiert (atd arznei-telegramm Arzneimitteldatenbank, Stand 16. Nov. 2003).

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