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olanzapin (zyprexa) erhöht sterblichkeit bei demenz-kranken
 
OLANZAPIN (ZYPREXA) ERHÖHT STERBLICHKEIT BEI DEMENZ-KRANKEN

Wie jetzt bekannt wird, hat Lilly im Januar 2004 US-amerikanische Ärzte gewarnt, dass unter dem atypischen Neuroleptikum Olanzapin (ZYPREXA) Sterblichkeit und Schlaganfallrisiko bei älteren Personen mit Demenz signifikant ansteigen. In fünf klinischen Studien mit Demenz-Kranken sind unter Olanzapin 3,5% der Patienten verstorben im Vergleich zu 1,5% unter Plazebo. Das Antipsychotikum ist für diese Personengruppe nicht zugelassen, wird aber häufiger verwendet ("off-label"), wenn zusätzlich Wahnvorstellungen, Aggressivität u.a. vorliegen. Von einer möglichen Ausweitung der Indikation nimmt Lilly aufgrund der aktuellen Studienergebnisse inzwischen Abstand. Personen, die Olanzapin wegen Schizophrenie oder bipolarer Störung einnehmen, sollen nicht betroffen sein (1,2). In Deutschland führt Lilly keine Studien mit Personen durch, die an demenzbedingten Psychosen leiden (3).

Dass Neuroleptika Demenz-Kranke gefährden können, ist nicht neu: Auch Risperidon (RISPERDAL) erhöhte in klinischen Studien das Risiko von transitorischen ischämischen Attacken (TIA), Schlaganfällen und Tod bei älteren Patienten mit Demenz (a-t 2002; 33: 130).

Der europäische Arzneispezialitätenausschuss (CPMP), dem die neuen Daten vorliegen, hat Olanzapin-Hersteller Lilly "gebeten, von konkreten Maßnahmen in Europa bis zur in Kürze anstehenden Entscheidung über das weitere Vorgehen abzusehen". Wieder einmal verzögert die europäische Behörde also Maßnahmen zur Risikoabwehr (vgl. a-t 2003; 34: 79, 80) (3).



1

Reuters Health vom 20. Febr. 2004

2

Associated Press: Financial News vom 21. Febr. 2004

3

Lilly: Schreiben vom 23. Febr. 2004



© Redaktion arznei-telegramm
blitz-a-t 23. Februar 2004

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