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Korrespondenz

BAYER, KINZAL UND DIE CHARITÉ

Ein Patient wird nach hypertensiver Krise aus der Klinik (Kreiskrankenhaus) entlassen, erhält statt des ACE-Hemmers Lisinopril (ACERBON u.a.) den AT-II-Blocker KINZALMONO (Telmisartan) von Bayer und ein Begleitschreiben mit Begleitheftchen der Charité zu einem Forschungsprojekt "Kontinuität und Wechsel in der Hypertonie-Behandlung" (Switch of Therapy And Persistence SWAP-Projekt). Das funktioniert so: Der Patient wird in der Klinik auf KINZALMONO oder COMP. (plus Hydrochlorothiazid) eingestellt und der weiterbehandelnde Arzt in der ambulanten Versorgung muss auf einem Fragebogen oder Heftchen vermerken, warum und wann er die (als "Standard" erscheinende ...) Therapie umgestellt hat. Eine ungewöhnliche Marketingstrategie, zu der sich das Institut für Klinische Pharmakologie - Arbeitsgruppe Prof. Dr. M. SCHAEFER - benutzen lässt - oder?

Dr. med. H.-M. SCHÄFER (Arzt für Allgemeinmedizin)
D-18374 Zingst
Interessenkonflikt: keiner

Zu dem AT-II-Blocker Telmisartan (KINZALMONO u.a.) liegen im Unterschied zum ACE-Hemmer Lisinopril (ACERBON u.a.) auf klinische Endpunkte angelegte Langzeitinterventionsstudien nicht vor. Eine Umstellung von Lisinopril auf Telmisartan ist daher therapeutisch nicht begründbar. Sie verdoppelt in etwa die Kosten der Medikation. Frau Prof. M. SCHAEFER ist Vorsitzende des als "gemeinnützig" eingestuften Vereins "Consumer Health Care", in dessen Vorstand und Beirat Mitarbeiter aus dem Bundesfachverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) und Firmen sitzen, -Red.

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