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erste Seite a-t 2005; 36: 94, 103nächster Artikel

ZUSTIMMUNG UND KRITIK

Erstmals seit Gründung des arznei-telegramm vor 36 Jahren haben wir unsere Leser detailliert zu ihrer Meinung befragt (a-t 2005; 36: 38-9). Wir bedanken uns bei den 627 Kolleg(inn)en (2% der Abonnent[inn]en), die sich die Mühe gemacht haben, den umfangreichen Fragebogen auszufüllen. Die Zahl der Rückläufer mag für eine statistisch harte Auswertung nicht ausreichen. Die Antworten machen jedoch deutlich, wo Zustimmung und Kritik liegen und was die Leser vom a-t erwarten.
Eine Fundgrube sind die vielen Kommentare. Gefreut haben wir uns über den überwiegend positiven Grundtenor, der sich am häufigsten in einem "Weiter so!" ausdrückt. "Unersetzlich!" oder "Macht Spaß, immer gut informiert zu sein"kommentieren andere. Auch gegensätzliche Einschätzungen werden deutlich. So beurteilen die einen a-t-Texte als "sachlich und rhetorisch ausgefeilt" oder "sehr klar und präzise formuliert", andere als "gehässig und unsachlich" oder "überkritisch bis destruktiv". Die einen betonen den Nutzen für die tägliche Arbeit: "Hat mich davor bewahrt, ... Therapien zu beginnen, die sich hinterher als schädlich erwiesen haben", andere beklagen "praxisferne Kritik". Die Kommentare und Vorschläge werden uns noch länger beschäftigen und uns helfen, das a-t weiter zu verbessern. Zunächst aber möchten wir Sie über die Ergebnisse der Umfrage informieren:

Geschlecht und Alter: Die Frauen-Männer-Relation der antwortenden Kolleginnen und Kollegen ist 28 : 69 (bei 3% fehlt die Angabe). Die 46- bis 55- Jährigen machen mit 42% die größte Gruppe aus. 32% sind jünger, 24% älter. Auch nach der Altersgrenze bleiben viele dem a-t treu (über 65 Jahre: 5%). 2% geben ihr Alter nicht an.

Beruf/Fachrichtung: 80% der Antwortenden sind Ärzte (45% Fachärzte, vor allem Allgemeinmediziner und Internisten, 9% Chef- und Oberärzte), 15% Apotheker, 2% Studenten. 4% sind Heilpraktiker, Homöopathen, Krankenschwestern, Pflegefachkräfte, Pharmareferenten, PTA, Selbsthilfegruppen u.a., oder es fehlt die Angabe.

Arbeitsplatz: Die Kolleg(inn)en arbeiten meist in der Praxis (59%), Klinik (18%) oder Apotheke (12%), ferner in Firmen (2%) oder Behörden (1%). 6% geben "Sonstiges" an.

Kennenlernen: Immerhin jede(r) Zweite hat das a-t durch Empfehlung von Kolleg(inn)en kennengelernt, 14% über Werbeaussendungen. Viele haben das a-t während des Studiums kennengelernt, oft in Pharmakologiekursen.

Lesegewohnheiten: Besonders freut uns, dass die meisten Kolleg(inn)en das a-t (fast) komplett lesen: 64 von Hundert zu 75% bis 100% und 22 zu 50% bis 75%. 7% der Kolleg(inn)en lesen die Hefte vor allem themenbezogen. 2% machen keine Angabe zu den Lesegewohnheiten.

Was am a-t besonders wichtig ist: Dass fast alle (97%) die Unabhängigkeit des a-t sehr schätzen sowie Bewertungen von Neueinführungen (86%) und Informationen zu Arzneimittelrisiken (85%), bestätigt unsere Erwartungen. Wir hätten jedoch nicht vermutet, dass Preisvergleiche deutlich seltener als "sehr wichtig" (27%) abschneiden. Aber auch hier unterscheiden sich die Erwartungen: Die Kommentare zu Kostenvergleichen reichen von "zu ausführlich" über "genau richtig" bis "lieber detaillierter".

Viele Leser(innen) betonen die Bedeutung kritischer Bewertungen. Manche äußern aber auch Kritik an der Kritik: Das a-t sei "einseitig kritisch, aber das hilft beim Finden der Mitte" oder "oft zu negativ". Besonderer Wert wird auf "schnelle Info" und "Seriosität" gelegt, wobei aber auch eine "provokative Tendenz, sofern sachlich korrekt" begrüßt wird.

Rubriken des a-t: Therapiekritik/Therapieempfehlungen, Warnhinweise und Übersichten schneiden am besten ab (sehr wichtig: 83% bis 78%). Überrascht hat uns der relativ niedrige Wert, den die Korrespondenz-Spalte mit 36% "sehr wichtig" erhalten hat. Zusammen mit den "Wichtig"-Beurteilungen schneidet sie allerdings zu 81% positiv ab.

Themenauswahl, Praxisrelevanz und Verständlichkeit finden mit jeweils 99% (sehr gut und gut) deutliche Zustimmung. Lediglich ein Kollege bewertet die Praxisrelevanz als schlecht (0,2%). Negativ angekreidet wird, wenn Texte als "zu wissenschaftlich"oder "statistisch spitzfindig" empfunden werden. Viele Ärzte und Ärztinnen wünschen sich verständlicherweise mehr Berichte aus ihrem jeweiligen Fachgebiet, Apotheker und Apothekerinnen mehr über OTC-Präparate.

Umfang, Studienkritik und grafische Gestaltung: 96,2% halten den Umfang der a-t-Beiträge für angemessen, 2,3% für zu knapp und 1,5% für zu ausführlich. Die Mehrheit legt Wert auf ausführliche Studienbewertungen, die Methodenkritik einschließt, sowie auf Erläuterungen statistischer/epidemiologischer Begriffe und ein strukturiertes Fazit mit komprimierten Handlungsanweisungen. Auffällig häufig wird der Stellenwert dieser Zusammenfassungen hervorgehoben: Exemplarische Kommentare: "Hilft dem Leser sehr." "Die fett gedruckte Zusammenfassung bringt's einfach."
Zurückhaltender fällt die Bewertung der grafischen Gestaltung des a-t aus (13% sehr gut, 70% gut, 14% weniger gut, 1% gefällt überhaupt nicht). Beim Layout scheiden sich die Geister: Die Kommentare reichen von "so belassen, seriös, gewohnt" und "Layout bitte nicht ,auffrischen'" bis hin zu "Layout zu dicht", "eintönig" oder "wenig leserfreundlich". Anderen ist das Layout "egal, der Inhalt zählt".



Internetseiten: Im Internetbereich gibt es Nachholbedarf. 59,8% kennen die Internetseiten des a-t nicht. Die Nutzer beurteilen diese zu 16,2% als sehr gut, zu 70,1% als gut, zu 12,8% als weniger gut und zu 0,9% als schlecht. Negativbewertungen werden oft damit begründet, dass das Einloggen in den Internetbereich umständlich sei (Tipps für den einfachen Umgang mit den Internetseiten im Kasten). Manche Leser beklagen, dass a-t-Texte im Register-Volltext-Bereich nur unvollständig angezeigt würden. Dies trifft nur bei einer Fehleinstellung des verwendeten Browsers zu (wir helfen gerne per E-Mail weiter). Derzeit werden a-t-Texte im Internet seitenweise dargestellt. Zu den folgenden oder vorangehenden Seiten gelangen Sie durch Anklicken der roten Rechtecke beziehungsweise der Wörter "vor" und "zurück" rechts unten oder links oben auf jeder Seite. Dies ist in der Tat nicht komfortabel. Das Programm wird geändert: Die ausgewählten Artikel sollen demnächst sofort komplett dargestellt werden. Hierfür benötigten wir allerdings noch einige Zeit, da sämtliche Artikel ab 1990 und die Verschlagwortung nachbearbeitet werden müssen. Wir bitten also um Geduld.

blitz-a-t per E-Mail: 45% der Einsender(innen) der Fragebögen sind Bezieher(innen) des blitz-a-t, mit dem wir Abonnenten zwischen den monatlichen a- t-Ausgaben über wichtige Ereignisse per E-Mail informieren. Ungewöhnlich viele blitz-a-t-Bezieher haben somit den Fragebogen ausgefüllt, denn bislang hat sich nur etwa jeder dritte a-t-Abonnent in diesen kostenlosen Service eingetragen. Jeweils 42% halten das blitz-a-t für sehr wichtig bzw. wichtig. Wer den blitz-a-t-Dienst für weniger wichtig (13%) oder als entbehrlich (2%) eingestuft hat, gehört überwiegend zu den Kollegen, die den Dienst gar nicht erhalten.

60% der Nichtbezieher des blitz-a-t geben an, über die Möglichkeit des Bezugs nicht informiert gewesen zu sein. 16% bzw. 24% haben keinen Internetanschluss bzw. kein Interesse ("bin konservativ", "lese lieber Papier", "zu viele Internet-Info" u.a.).

atd Arzneimitteldatenbank: Die atd Arzneimitteldatenbank ist der einzige Bereich unserer Internetpräsenz, dessen Nutzung nicht im Abopreis enthalten ist. Der Datenbestand geht weit über den des Arzneimittelkursbuch hinaus und bietet mehr Recherchemöglichkeiten. Sie können Bewertungen und die Eigenschaften von etwa 14.500 Arzneimitteln einschließlich Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Wechselwirkungen sowie Preise und Preisvergleiche abfragen oder z.B. nachsehen, welche Wirkstoffe eine bestimmte Nebenwirkung auslösen können und vieles mehr. Die Daten werden mindestens einmal monatlich auf der Basis der relevanten wissenschaftlichen Literatur, nationaler und internationaler Zulassungsdaten sowie von Warnhinweisen und sonstigen Verlautbarungen von Behörden aus Deutschland, Europa und anderen Ländern wie Neuseeland, Kanada und den USA aktualisiert. Für Einzelbezieher kostet die atd Arzneimitteldatenbank 42 € im Jahr. Gerne richten wir für Sie unverbindlich eine kostenlose Probelizenz ein (E-Mail an vertrieb@ arznei-telegramm.de).

Jeder vierte Kollege gibt an, die atd Arzneimitteldatenbank zu kennen: 29,3% halten sie für sehr nützlich, 61,1% für nützlich. Einige machen den Vorschlag, die Nutzung der atd Arzneimitteldatenbank im Abopreis einzuschließen ("lieber das Abo erhöhen"). Die beträchtlichen Kosten, die mit der Bearbeitung der umfangreichen Datenbank verbunden sind, wollen wir jedoch nicht auf alle Abonnenten abwälzen.

Auf viele Anregungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge lässt sich keine rasche oder eindeutige Antwort finden. Dies liegt zum Teil an sich widersprechenden Wünschen, aber auch an den Grenzen unserer personellen und finanziellen Möglichkeiten. Einiges haben wir jedoch schon in Angriff genommen wie die bereits erwähnte Verbesserung des Register-Volltext-Programms. Auch die Qualität des monierten bisweilen ausgefransten Druckbildes haben wir inzwischen durch Umstellung des Produktionsprozesses verbessert. Auf unseren Internetseiten wollen wir leicht verständliche Erläuterungen zu statistischen Begriffen und ständig wiederkehrenden Fachtermini geben, die in Verbindung mit Studien genannt werden. Dies kann in Abhängigkeit von der Arbeitsbelastung der Redaktion nur schrittweise erfolgen. Weiteres bleibt noch zu tun: CME-Punkte für das a-t werden eingefordert, die atd Arzneimitteldatenbank solle nicht nur im Internet, sondern auch auf CD angeboten und in Praxissoftware eingebunden werden. Dies ist bislang immer daran gescheitert, dass wir das dominante Werbeumfeld von Praxisprogrammen nicht akzeptieren konnten. Auch das Layout des a-t bleibt für uns ein Thema. Bewährtes und Gewohntes soll dabei nicht über Bord geworfen werden - fast schon eine Quadratur des Kreises.

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