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Influenza - Resistenzen gegen Virustatikum Amantadin (AMANTADIN-CT u.a.) nehmen zu: Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) warnen vor der Anwendung von Amantadin (AMANTADIN-CT u.a.) und dessen Variante Rimantadin (hierzulande nicht angeboten) zur Vorbeugung und Behandlung der Virusgrippe. Hintergrund ist ein sprunghafter Anstieg von Resistenzen bei Influenza-A-Viren des Typs H3N2: Nach einer inzwischen aktualisierten Analyse tragen von 209 seit Oktober 2005 bei US-amerikanischen Patienten isolierten Erregern 193 (92%) eine Resistenz-vermittelnde Mutation, ebenso 2 (25%) von 8 untersuchten H1N1-Viren. Resistenzen gegen Neuraminidasehemmer werden nicht beobachtet (CDC Health Alert vom 14. Jan. 2006; BRIGHT, R.A. et al.: JAMA 2006; 295: 891-4). Die rasche Resistenzbildung unter Amantadin ist bekannt: Innerhalb weniger Tage ist bei bis zu einem Drittel der Behandelten mit resistenten Influenza-Viren zu rechnen (a-t 1999; Nr. 10: 99). Weltweit haben Amantadin-resistente H3N2-Influenza-Viren in den letzten zehn Jahren deutlich zugenommen. Seit 2003 wird ein drastischer Anstieg in asiatischen Ländern beobachtet, vor allem in China (von ca. 7% in den Jahren 2000 bis 2002 auf 58% in 2003 und 74% in 2004). Auch in den USA wurden im Winter 2004/2005 mit 15% erstmals deutlich mehr unempfindliche Erreger nachgewiesen als in den Jahren zuvor (um 2%; BRIGHT, R.A. et al.: Lancet 2005; 366: 1175-81). Wie die Resistenzlage in Deutschland aussieht, ist unbekannt: Das Nationale Referenzzentrum Influenza am Robert Koch-Institut geht davon aus, dass Amantadin hierzulande kaum verwendet wird und führt daher keine Resistenzbestimmungen durch (SCHWEIGER, B. [Nationales Referenzzentrum Influenza]: Persönl. Mitteil. vom 23. Jan. 2006). Auch das Vogelgrippe-Virus H5N1 wird häufig pauschal als resistent gegenüber Amantadin bezeichnet. Wenig bekannt ist, dass H5N1-Viren, die in den vergangenen Monaten in China, Russland und der Türkei isoliert wurden, bislang offenbar sehr wohl sensibel gegenüber Amantadin sind (WHO: Mitteilung vom 12. Jan. 2006; http://www.who.int/csr/don/2006_01_12/en/print.html; ZAMISKA, N.: Wall Street Journal vom 13. Jan. 2006: A9/ati d), -Red.

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