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Kurz und bündig

Handelsnamen - Verwirrung international: Wer ein Rezept mit in den Urlaub nimmt, um es bei Bedarf einzulösen, kann unliebsame Überraschungen erleben: Die Zusammensetzung des erhaltenen Arzneimittels kann trotz Namensgleichheit von der gewohnten abweichen. So enthält CLODERM hierzulande das Antimykotikum Clotrimazol. In den USA gibt der Apotheker unter dieser Bezeichnung ein Clocortolon-haltiges Kortikoidexternum ab. Eine Österreicherin, die ein Rezept mit der Ethinylestradiol-Norgestimat-"Pille" VIVELLE mitnimmt, erhält in den USA ein gleichnamiges Estradiol- Präparat gegen Beschwerden der Wechseljahre. NORPRAMIN enthält in Spanien das Ulkusmittel Omeprazol, in den USA das Antidepressivum Desipramin, RUBEX in Irland Vitamin C und in den USA das Zytostatikum Doxorubicin. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA nennt insgesamt 18 Warenzeichen, die jenseits der Landesgrenzen andere Wirkstoffe enthalten können. Gleichzeitig warnt sie: International gibt es keine Kontrollstelle, die verhindert, dass unter demselben Handelsnamen verschiedene Wirkstoffe angeboten werden (Scrip 2006; Nr. 3125: 15). Die aus Sicht der USA aufgestellte Liste der FDA ist glücklicherweise kurz. Entsprechende Aufstellungen deutscher oder europäischer Behörden fehlen. International mitgeführte Rezepte sollten wirkstoffbezogen ausgestellt werden. Falschbehandlungen wegen unterschiedlicher Zusammensetzung von Handelspräparaten ist nicht nur möglich, wenn Rezepte in einer ausländischen Apotheke eingelöst werden, sondern auch beim Bezug von Arzneimitteln von ausländischen Anbietern über das Internet, -Red.

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