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Ivabradin (PROCORALAN) bei chronisch stabiler koronarer Herzkrankheit

PROCORALAN ist BEAUTIFUL - so wirbt Servier Deutschland für seinen als Antianginosum (a-t 2006; 37: 17-9) zugelassenen f-Ionenkanalhemmer Ivabradin (Ärztezeitung 19./20. Sept. 2008, S. 12). Angesprochen wird die doppelblinde randomisierte BEAUTIFUL*-Studie, die Ivabradin über im Mittel 19 Monate bei 10.917 Patienten mit chronisch stabiler koronarer Herzkrankheit gegen Plazebo prüft (FOX, K. et al.: Lancet 2008; 372: 807-16). Schön sind die Ergebnisse für Ivabradin allerdings nicht. Der primäre kombinierte Endpunkt (kardiovaskulärer Tod oder stationäre Aufnahme wegen Infarkt oder Herzinsuffizienz) tritt unter Ivabradin so häufig auf wie unter Plazebo (15,4% versus 15,3%; p = 0,94). Kardiovaskuläre (8,6% vs. 8,0%) und Todesfälle insgesamt (10,4% vs. 10,1%) sind unter Ivabradin numerisch sogar häufiger. Aber es gibt eine Subgruppe von 5.392 Patienten, die zu Studienbeginn einen Puls von mindestens 70 pro Minute aufweisen. In dieser wird der primäre Endpunkt zwar ebenfalls nicht signifikant beeinflusst. Dafür senkt Ivrabadin zwei der insgesamt acht sekundären Endpunkte: stationäre Aufnahmen wegen Infarkts (3,1% vs. 4,9%; p = 0,001) und koronare Revaskularisationen (2,8% vs. 4,0%; p = 0,016). Als Nutzenbeleg taugen diese sekundär erhobenen Subgruppenbefunde aber nicht. Nicht nur unschön, sondern unzulässig ist, dass Ivabradin für eine nicht zugelassene Indikation beworben wird: In BEAUTIFUL sind 84% der Patienten mit Betablockern vorbehandelt. Ivabradin ist aber nur für Patienten zugelassen, die keine Betablocker erhalten können, -Red.

* BEAUTIFUL-Studie = morBidity-mortality EvAlUaTion of the If inhibitor ivabradine in patients with coronary disease and leFt-ventricULar dysfunction

© 2008 arznei-telegramm, publiziert am 2. Oktober 2008

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