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Rotavirusimpfung und Stillen

Die STIKO empfiehlt neuerdings für alle Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen die Schluckimpfung gegen Rotaviren (ROTARIX, ROTATEQ). Die Impfprophylaxe ist allerdings weit davon entfernt, kosteneffektiv zu sein (a-t 2013; 44: 76, 81). Stillen gibt einen gewissen Schutz vor Rotavirusinfektionen, kann aber andererseits die Effektivität der Rotavirusimpfung beeinträchtigen. So können beispielsweise neutralisierende IgA-Antikörper oder Laktoferrin aus der Muttermilch die erwünschte Infektion mit dem Impfvirus der Schluckimpfung abschwächen bzw. behindern. Haben Kinder zum Zeitpunkt der Schluckimpfung Muttermilch im Mund oder im Magen, scheint dies den Impferfolg zu verringern. Die Magenentleerungszeit von Säuglingen wird auf der Basis von 13C-Atemtests auf eine Halbwertszeit von 47 Minuten geschätzt. Anhand solcher Daten versucht die STIKO, ihre bislang unpräzisen Angaben zur Rotavirus-Schluckimpfung und Stillen zu konkretisieren, formuliert aber immer noch vage: "Möglicherweise kann die Wirkung der RV-Impfung optimiert werden, wenn eine Stunde vor und nach der Impfung nicht gestillt wird." Wegen der Schluckimpfung soll aber nicht generell auf das Stillen verzichtet werden (STIKO: Epid. Bull. 2013; Nr. 39: 400).

© 2013 arznei-telegramm, publiziert am 11. Oktober 2013

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