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Kurz und bündig

Elektive perkutane Koronarintervention bei stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK)

Derzeit ist unklar und wird in einer großen randomisierten Studie mit mehreren tausend Patienten untersucht,1 ob bei stabiler Angina mit mäßigen oder schweren Ischämien unter Belastung eine Koronarangiografie mit Revaskularisation relevanter Stenosen in gleicher Sitzung von Vorteil gegenüber einer rein medikamentösen Therapie ist.2 Ein aktuelles systematisches Review lässt Zweifel aufkommen, dass dieses Vorgehen die Langzeitprognose der Patienten verbessert.3 Es wertet aus fünf unverblindeten, methodisch sonst aber ausreichend validen randomisierten Studien die Daten von 4.064 Patienten mit stabiler KHK aus, die entweder nur medikamentös oder zusätzlich mit elektiver perkutaner Koronarintervention und Stenteinlage behandelt werden. Hämodynamisch relevante Koronarstenosen (≥ 50% bis ≥ 75%) mussten angiografisch bereits gesichert und Myokardischämien unter Belastung objektivierbar sein, beispielsweise echokardiografisch, im EKG oder in der Perfusionsszintigrafie. Hochgradige Koronarstenosen, akute Koronarsyndrome oder andere gesicherte Indikationen für eine Koronarintervention durften nicht vorliegen. Die medikamentöse Therapie mit Azetylsalizylsäure (ASPIRIN, Generika; 93% bis 100%), Betablockern (83% bis 92%) und Statinen (59% bis 96%) war in den Studien bei den invasiv oder konservativ Behandelten vergleichbar. Die Koronarintervention führt nach einer medianen Beobachtungszeit von fünf Jahren weder zu einer signifikanten Senkung der Mortalität (Odds Ratio [OR] 0,90; 95% Vertrauensbereich [CI] 0,71-1,16) noch der Rate an Angina-pectoris-Episoden (OR 0,91; 95% CI 0,57-1,44) oder ungeplanten Revaskularisationen (OR 0,64; 95% CI 0,35-1,17). Nicht-tödliche Infarkte sind in der Tendenz sogar häufiger (OR 1,24; 95% CI 0,99-1,56). Die Autoren des Reviews folgern, dass auch höhergradige, aber stabile Koronarstenosen eher ein Marker für die Prognose sind, als dass sie diese selbst bestimmen.3 Dies ist konsistent mit der langjährigen klinischen Erfahrung, dass akute koronare Ereignisse seltener durch akute Plaque-Rupturen und Thrombosen im Bereich hämodynamisch relevanter Koronarstenosen verursacht werden als im Bereich nur gering stenosierender Koronarläsionen, -Red.

  (M = Metaanalyse)
1 http://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01471522
2 MONTALESCOT, G. et al.: Eur. Heart J. 2013; 34: 2949-3003
M  3 STERGIOPOULOS, K. et al.: JAMA Intern. Med. 2014; 174: 232-40

© 2014 arznei-telegramm, publiziert am 14. Februar 2014

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