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Kurz und bündig

Neue Anwendungshinweise für Adrenalin-Autoinjektoren (FASTJEKT u.a.)

Bei Bienen- und Wespengiftallergie sollen adrenalinhaltige Autoinjektoren (z.B. FASTJEKT) vor schweren allergischen Reaktionen schützen. Warum diese möglicherweise unzureichend wirken, hat jetzt die europäische Arzneimittelbehörde EMA untersucht. Nach Auswertung der verfügbaren Daten sieht sie beträchtliche Informationsdefizite und die Anbieter von Autoinjektoren in der Pflicht. Diese sollen für besseres Schulungsmaterial für Patienten und Angehörige bzw. Betreuer sorgen und Trainingsinjektoren* bereitstellen, damit die Handhabung für den Ernstfall geübt werden kann. Bei der Subkutangabe ist mit unzureichender bzw. verzögerter Wirkung des Adrenalins zu rechnen. Daher soll die Schulung auch dazu beitragen, dass bei Selbstbehandlung oder Injektion durch betreuende Personen möglichst intramuskulär injiziert wird. Einstichwinkel, Nadellänge, Dicke des subkutanen Fettgewebes sowie die Funktionalität des Autoinjektors, etwa die Kraft, mit der dieser aktiviert werden muss, können die Effektivität der Injektion beeinflussen.1 Die Einweisung in den Gebrauch eines Injektors scheint allerdings eine Herausforderung zu sein: Einer britischen Studie zufolge können 15 von 100 Müttern ohne Vorerfahrung nach einer 30-minütigen standardisierten autoinjektorspezifischen Einweisung diesen anschließend bei ihren Kindern nicht erfolgreich auslösen.1,2** Nur 22% bedienen den Injektor fehlerfrei.2 Aufgrund der wenig kalkulierbaren Adrenalinaufnahme nach Verwendung eines Injektors durch medizinische Laien empfiehlt die EMA, dass jeweils zwei Autoinjektoren verordnet werden sollten. Diese sollen die Betroffenen stets mit sich führen, für den Fall, dass eine einzige Dosis nicht ausreicht.1 Die völlig überhöhten Preise von 150 € bis 210 € für zwei Injektoren bei geringer Haltbarkeitsdauer ab Herstellungsdatum - 18 Monate (JEXT), 20 Monate (FASTJEKT) bzw. 30 Monate (EMERADE) - scheinen für die Behörde kein Thema zu sein, -Red.

* Laut Fachinformationen stehen für die hierzulande erhältlichen Präparate Übungsinjektoren (ohne Injektionslösung und ohne Nadel) zur Verfügung.
** Dabei werden bei Verwendung von ANAPEN weniger Fehler gemacht als bei EPIPEN. Die beiden in die Testreihe einbezogenen Präparate sind in Deutschland nur als Importe erhältlich.
   
  (R = randomisierte Studie)
1 EMA: Pressemitteilung vom 26. Juni 2015; http://www.a-turl.de/?k=atzw
R  2 BROWN, J. et al.: Pediatr. Allergy Immunol. 2013; 24: 173-7

© 2015 arznei-telegramm, publiziert am 10. Juli 2015

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