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Korrespondenz

ERHÖHTES KARDIOVASKULÄRES RISIKO DURCH PROTONENPUMPENHEMMER?

Ist es gerechtfertigt, Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN, Generika) bei bestehender koronarer Herzkrankheit und Zustand nach gastrointestinaler Blutung letztlich unklarer Ursache mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI) zu kombinieren? Ich frage vor dem Hintergrund, dass PPI ja offenbar selber gefäßschädigend sind. Leider konnte ich bisher keine Antwort bekommen, allenfalls Unverständnis für diese Fragestellung!

N.N. (Name etc. im a-t 1/2017 genannt)

Nach der Diskussion um mögliche Interaktionen von Protonenpumpenhemmern (PPI) wie Omeprazol (ANTRA, Generika) mit Clopidogrel (PLAVIX, Generika; a-t 2009; 40: 22 und 2010; 41: 125-6) oder auch mit Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN; Generika; a-t 2011; 42: 54-5) wird in der Tat seit Kurzem auch ein direkter Herz-Kreislauf-schädigender Effekt der Stoffgruppe der PPI diskutiert. Eine US-amerikanisch-britische Arbeitsgruppe hat die Hypothese aufgestellt, dass PPI durch Hemmung der Dimethylarginin-Dimethylaminohydrolase, die zu erhöhten Spiegeln von asymmetrischem Dimethylarginin (ADMA) und damit zur Hemmung der Stickstoffmonoxidsynthetase führt, das Risiko einer vaskulären Entzündung und Thrombose steigern. Untermauert wird die These mit einer Reihe von In-vitro- und Tierversuchen.1 Ob aber therapeutische Serumspiegel von PPI beim Menschen die ADMA-Spiegel in relevantem Ausmaß steigern, ist unklar.2  mehr 

© 2017 arznei-telegramm, publiziert am 20. Januar 2017

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