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MAGENSCHUTZ MIT PPI BEI EINNAHME NEUER ORALER ANTIKOAGULANZIEN?

In a-t 2017; 48: 4, 13-14 hatten Sie eine klare Indikation für den Magenschutz mit Protonenpumpenhemmern (PPI) unter Einnahme von Low-dose-ASS unter bestimmten Voraussetzungen postuliert. Wie sieht es mit der Notwendigkeit eines Magenschutzes mit PPI bei Verordnung neuer oraler Antikoagulanzien wie Apixaban (ELIQUIS) z.B. bei Vorhofflimmern aus? Von Kardiologen erhält man keine eindeutige Antwort. Man ist überwiegend eher dafür. Auch die einschlägigen Firmen halten sich mit eindeutigen Statements zurück. Aussagekräftige Studien zu dieser Problematik habe ich nicht gefunden. Für Ihre Einschätzung wäre ich dankbar.

N.N. (Name etc. im a-t 6/2017 genannt)

Die Datenlage zum Magenschutz mit Protonenpumpenhemmern (PPI) unter Einnahme neuer oraler Antikoagulanzien (NOAK) wie auch von Cumarinen ist sehr unbefriedigend. In großen Phase-III-Studien1-4 zum Vergleich der zugelassenen NOAK mit Warfarin (COUMADIN) bei Vorhofflimmern sind schwere gastrointestinale Blutungen unter Rivaroxaban (XARELTO),1 zweimal täglich 150 mg Dabigatran (PRADAXA)2 sowie unter Edoxaban (LIXIANA)3 häufiger als unter Warfarin, unter Apixaban (ELIQUIS)4 etwa gleich häufig. In absoluten Zahlen kommen diese Blutungen unter den NOAK bzw. Warfarin in den Studien pro Jahr bei 1% bis 2% vor (a-t 2011; 42: 74-7; 2012; 43: 2-4, 11-2; 2013; 44: 3-4, 13; 2015; 46: 83-6). Anders als nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) verursachen orale Antikoagulanzien per se keine Schleimhautschäden, können aber Blutungen aus bestehenden Läsionen fördern.5  mehr 

© 2017 arznei-telegramm, publiziert am 2. Juni 2017

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