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Therapiekritik

ZUM BRUSTKREBSRISIKO UNTER POSTMENOPAUSALER HORMONTHERAPIE

Ende 1975 erschienen im New England Journal of Medicine zwei Fallkontrollstudien, nach denen die Einnahme von Östrogenen in der Postmenopause das Risiko eines Endometriumkarzinoms um ein Vielfaches erhöht.1,2 Diese Berichte führten zu einem Absturz der bis dahin kontinuierlich ansteigenden Verkaufszahlen von Östrogenpräparaten in den USA. Parallel zur Entwicklung des Östrogenumsatzes stieg die Inzidenz von Endometriumkarzinomen bei Frauen zwischen 50 und 59 Jahren auf eine Höchstrate im Jahr 1975 und fiel dann deutlich wieder ab.3-5 Die Entdeckung, dass sich das Risiko durch die Kombination mit einem Gestagen mindern lässt, ließ den Gebrauch von Östrogenen allerdings wieder zunehmen, begleitet jetzt von einem Anstieg der Gestagenverordnungen bei Frauen mit Uterus.5 Ab Beginn der 1990er Jahre steigen die Verordnungszahlen in den USA, aber auch in anderen westlichen Ländern steil an,6,7 bis sich Anfang der 2000er Jahre Ähnliches ereignet wie schon 1975: Nach Publikation der WHI-Studie Mitte 2002, die der Hormonsubstitution mit Östrogenen plus Gestagen ein Überwiegen der schädlichen Wirkungen bescheinigt, darunter ein signifikant erhöhtes Brustkrebsrisiko,8 bricht der Umsatz dramatisch ein.6,7,9  mehr 

© 2019 arznei-telegramm, publiziert am 20. September 2019

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