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Korrespondenz

PNEUMONIE DURCH PROTONENPUMPENHEMMER?

Liegen Ihnen belastbare Daten vor, die erhöhte Morbidität und Mortalität einer Pneumonieentwicklung unter Protonenpumpenhemmern bestätigen bzw. widerlegen?

N.N. (Name etc. in a-t 10/2018 genannt)

Eine 2015 veröffentlichte Metaanalyse errechnet auf der Basis von 22 Beobachtungs- und 4 randomisierten Studien* mit insgesamt mehr als 6 Millionen Teilnehmern, dass die Anwendung von Protonenpumpenhemmern (PPI) mit einem etwas erhöhten Risiko für ambulant erworbene Pneumonien assoziiert sein soll (Relatives Risiko 1,49; 95% Konfidenzintervall [CI] 1,16-1,92). Ein kausaler Zusammenhang ist damit allerdings nicht belegt.1 Die Ergebnisse der eingeschlossenen Untersuchungen sind so widersprüchlich, dass uns eine Zusammenfassung in einem Risikoschätzer, wie hier dem relativen Risiko, nicht sinnvoll erscheint. Welche Faktoren zu den unterschiedlichen Ergebnissen geführt haben könnten, bleibt offen. Zudem fällt auf, dass das größte Risiko innerhalb des ersten Monats beobachtet wird.1 Dies weist auf eine Verzerrung im Sinne eines so genannten protopathischen Bias hin – einer fälschlich umgekehrten Schlussfolgerung hinsichtlich der Kausalität von Exposition und Ereignis: Die Vorzeichen einer Pneumonie wurden möglicherweise fehlgedeutet und führten zu einer Verordnung von PPI.  mehr 

© 2018 arznei-telegramm, publiziert am 19. Oktober 2018

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