aktualisiert: Juli 2018
 
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Das arznei-telegramm® heute

... Wer wir sind und wie wir arbeiten

Seit 49 Jahren versorgt das arznei-telegramm® (kurz a-t) Ärzte und Apotheker mit klaren und zuverlässigen Informationen zu Arzneimitteln. Und seit 49 Jahren verzichtet das a-t bewusst auf Werbeeinnahmen. Das unterscheidet das a-t von fast allen anderen deutschen Fachzeitschriften für Ärzte oder Apotheker. Die schlichte Zeile im Impressum – "Das a-t wird ausschließlich über die Abonnements finanziert" – signalisiert eine unserer wichtigsten Grundlagen: Die Unabhängigkeit. Da das a-t weder von Warenanbietern noch von Krankenkassen, Standesorganisationen, Parteien oder sonstigen Interessengruppen gesponsert wird, kann es ohne Einflussnahme ausschließlich auf Grundlage der besten verfügbaren Daten – also evidenzbasiert – Therapeutika bewerten.

Wie stark der Einfluss der Werbung sein kann, dokumentiert eine 2011 veröffentlichte Untersuchung von Allgemeinmedizinern: Leser von Zeitschriften, die vor allem über Werbung finanziert werden wie Ärzte Zeitung, Medical Tribune und Münchener Medizinische Wochenschrift (MMW), erhalten fast nur sehr positive (92%) oder positive (7%) Arzneimittelbewertungen, während die Bewertungen in Fachzeitschriften ohne Werbeeinnahmen wie dem arznei-telegramm® deutlich zurückhaltender ausfallen (82,3% ablehnend und je 8,8% neutral oder positiv). Die Autoren folgern: Ärzte müssen sich entscheiden zwischen werbefreien Fachzeitschriften mit objektiven Informationen, die allerdings bezahlt werden müssen (a-t ab 53 €/Jahr, –Red.), und kostenlos vertriebenen Periodika mit potenziell verzerrten Informationen (a-t 2011; 42: 39).1

Seit den 1980er Jahren ist das arznei-telegramm® - gemessen an der Zahl der bezahlten Abonnements – die größte deutschsprachige Medizin-Zeitschrift. Zwar gibt es Fachblätter mit größerer Auflage. Diese werden jedoch künstlich geschaffen, indem ein beträchtlicher Teil der Ausgaben für den Empfänger kostenlos per Streuversand verschickt wird. Dadurch erzielen solche Zeitschriften beliebig große Verbreitung, die sich in eigens dafür ausgelegten Umfragen bestätigen lässt und als Begründung für hohe Anzeigenpreise dient. Die Folge: Die Einnahmen aus der Werbung tragen das Geschäft und sorgen für die oben beschriebene Schönung von Arzneimittelbewertungen.

Unabhängige Pharmazeitschriften wie das arznei-telegramm® haben seit Jahrzehnten eine wichtige Lotsenfunktion. Sie gelten als verlässliche Informationsquelle und notwendiges Korrektiv. Und sie geben praxisnahe Empfehlungen mit Blick auf den für Patienten relevanten belegten Nutzen im Verhältnis zu (potenziellen) Schadwirkungen. Der Beitrag des a-t zu mehr Rationalität und Sicherheit in der medikamentösen Therapie hat uns 2011 sogar ein Bundesverdienstkreuz eingebracht (a-t 2011; 42: 83).

Denn Datenflut und Zeitmangel – und nicht zuletzt die gezielte Desinformation durch das Marketing der Pharmahersteller – erschweren den Überblick über das Arzneimittelangebot. Die Bewertungen von beworbenen Mitteln und Neueinführungen im arznei-telegramm® stehen oft im Gegensatz zu manch euphorischer Darstellung von Werbeabteilungen und bezahlten Meinungsbildnern. Dies hat seinen Grund: Das arznei-telegramm® misst die Produkte konsequent an den bereits vorhandenen bewährten Arzneimitteln oder an sonstigen Behandlungsverfahren, deren Nutzen und Risiken gut überschaubar sind. Werbewirksam dargestellte angebliche Vorteile zerplatzen dabei oft wie Seifenblasen. Dies mag desillusionierend sein und für die Leser "schwer verdauliche Kost", ist aber angesichts der Hoffnungen, die Ärzte, Apotheker und Patienten gerade auf Neuerungen setzen, für rationale Therapieentscheidungen notwendig und relevant.

Entsprechend der Tradition unabhängiger Pharmazeitschriften weltweit sind a-t-Artikel nicht namentlich gekennzeichnet. Vor allem in den Anfangsjahren sollten so die Autoren vor persönlichen Einflussnahmen durch Warenanbieter geschützt werden. Heute steht ein anderer Aspekt im Vordergrund: Jeder Artikel des a-t wird von einem oder zwei Redaktionsmitgliedern – ausschließlich Fachkollegen – verfasst und zum Peer-Review an die gesamte Redaktion verschickt. Aktuell besteht sie aus einem Arzt und Apotheker, 12 Ärzten und einer Biologin, darunter sind 6 externe Mitglieder aus Praxis, Klinik oder Universität. Jeder Text wird von diesen auf etwaige Fehler, Genauigkeit, Schlüssigkeit, Verständlichkeit und Lesbarkeit sowie auf Relevanz und Nützlichkeit für die ärztliche und/oder pharmazeutische Praxis durchgesehen, kritisiert und anschließend in der internen Redaktion von Kollegen, die ausschließlich beim arznei-telegramm® tätig sind, korrigiert - ggf. auch verworfen. Jede Korrektur wird grundsätzlich von mindestens zwei Redaktionsmitgliedern kontrolliert. Dies gilt ebenfalls für die Überprüfung von Formalangaben wie Literaturstellen einschließlich Internetadressen sowie Preisangaben von Arzneimitteln und Preisberechnungen. Jeder a-t-Artikel hat somit viele Verfasser und drückt letztlich die Bewertung der gesamten Redaktion aus.

Das a-t wertet – neben gezielten Literaturrecherchen – routinemäßig rund 70 nationale und internationale Publikationen aus sowie Veröffentlichungen relevanter Arzneimittelbehörden, Zulassungsunterlagen, Leitlinien, Publikationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) u.a. Regelmäßig fordern wir bei Warenanbietern Daten an, die dort zu Nutzen und Schaden vorhanden sind – und zwar grundsätzlich schriftlich. So erhalten wir nachvollziehbare und nachprüfbare Informationen. Selbstverständlich haben Firmenvertreter keinen Zugang zu unseren Redaktionsräumen.

In einem Punkt hat die Unabhängigkeit des a-t jedoch ihre Grenze. Da sich das a-t ausschließlich über die Abonnements finanziert, ist es de facto von seinen Lesern, den Abonnenten, abhängig. Somit ist das a-t seit fast 50 Jahren ein "Crowdfunding"-Projekt. Jede Abonnentin und jeder Abonnent unterstützen unsere Arbeit und sonst niemand.

... Das arznei-telegramm® im Internet

Über die Abonnements des arznei-telegramm® werden auch die Internetseiten des a-t – ebenfalls garantiert ohne Werbebanner und ohne versteckte Firmenwerbung – finanziert. Daher haben nur die Abonnenten, die "Finanziers", im Internet Zugang zu sämtlichen Daten und Texten, die elektronisch zur Verfügung stehen (ab Jahrgang 1990 einschließlich). Nichtabonnenten können die Ausgaben der drei letzten aktuellen a-t-Jahrgänge nicht einsehen. Auch zum blitz-a-t und zum e a-t haben sie keinen Zugang. Angesichts der Finanzierung des a-t ausschließlich über die Abonnements, was eine der wesentlichen Grundlagen für die Unabhängigkeit des a-t ist, hoffen wir, dass Nichtabonnenten diese Einschränkungen verstehen - und zu Abonnenten werden. Unabhängige Information und genereller Nulltarif schließen sich einander aus!

... Das NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION

Seit drei Jahrzehnten erfasst und dokumentiert das arznei-telegramm® unerwünschte Wirkungen von Medikamenten, die die Leser des a-t berichten. Dies ist auch heute noch weltweit einzigartig für eine medizinische Fachzeitschrift. Unser besonderer Dank gilt den Abonnenten, die ihre Erfahrungen mit Arzneimitteln in das NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION einspeisen. Derzeit überblicken wir rund 16.000 Verdachtsmeldungen. Jeder Berichterstatter erhält automatisch einen Ausdruck der gespeicherten Daten, einen Sammelausdruck bzw. eine Statistik bereits erfasster ähnlicher Ereignisse sowie gegebenenfalls Antwort auf gestellte Fragen. In jeder a-t-Ausgabe berichten wir über neue Erkenntnisse oder Auffälligkeiten aus dem NETZWERK, und auf unserer Homepage können unsere a-t-Abonnenten in den NETZWERK-Berichten recherchieren.

Nach einer repräsentativen Stichprobe angeschriebener Ärzte melden fast gleich viele Ärzte Nebenwirkungen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM : 12,2%), an die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (12,6%) und an das arznei-telegramm® (10,5%; GÖTTLER, M. et al.: Dt. Ärztebl. 1999; 96: A-1704-6). Dies ist für eine Erfassungseinrichtung, die ohne Fremdfinanzierung auskommt, eine ansehnliche Leistung. Viele Leser teilen uns zudem über die Jahre wiederholt ihre Beobachtungen mit - für uns ein Zeichen, dass sie unser Engagement schätzen. Neuartige, bedrohliche oder sonstige relevante Ereignisse berichten wir regelmäßig anonymisiert an die zuständigen Behörden wie das BfArM weiter.

... Die atd Arzneimitteldatenbank im Internet

Diese Datenbank liefert unabhängige Bewertungen von rund 18.000 Arzneimitteln und umfangreiche systematische Angaben zu Anwendungsgebieten mit Dosierungen, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen sowie Daten zur Pharmakokinetik. Die Datenbank wird monatlich aktualisiert. Die Pflege dieser riesigen Datenmenge lässt sich nicht über die Erlöse aus den arznei-telegramm®-Abonnements finanzieren. Die Lizenzgebühr für a-t-Abonnenten ist jedoch angesichts der Datenfülle, die ohne Einflussnahme durch Hersteller oder andere erfasst wird, gering. Hier geht es zu unseren Bestellseiten.

1   BECKER, A. et al.: Can. Med. Assoc. J. 2011; 183: 544-8