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arznei-telegramm 2003; 34: 23



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Multiple Sklerose als Immunreaktion auf AUTOVACCINE? Autovakzinen werden wie Impfstoffe eingesetzt. Sie enthalten antigenes Material, das vom Patienten selbst stammt (Ausscheidungen wie Urin, Sputum u.a. oder Krankheitsprodukte wie Eiter, Rotz u.a.) und nach entsprechender Aufarbeitung in steigender Dosierung zur "Aktivierung des Immunsystems" reinjiziert wird. Auch perkutane Verwendung oder Einnahme per os ist vorgesehen. Hersteller propagieren ihre Produkte als "Heilmittel nach Maß" "zur Regulation des körpereigenen Abwehrsystems" (SymbioVaccin: AUTOVACCINE Druckzeichen 001.3/50000/08.02/DDD). Eine junge Frau erhält* mit dem Produkt AUTOVACCINE eine Zubereitung aus Fäkalkeimen, die aus einer Bakterienaufschwemmung ihres eigenen Stuhles stammen. Einen Monat nach Beendigung der Injektionsserie entwickelt sie eine Retrobulbärneuritis, mehrere Monate später treten nach einem weiteren Behandlungszyklus Sensibilitätsstörungen auf. Die Magnetresonanztomografie bestätigt den Verdacht auf Multiple Sklerose (NETZWERK-Bericht 12.469). Die Injektion des antigenen Materials kann eine Überaktivierung des Immunsystems zur Folge haben mit Reaktionen wie Serumkrankheit oder Schädigung von Organen, darunter möglicherweise auch am Nervensystem. Eine lebensbedrohliche Immunreaktion unter dem klinischen Bild einer Sepsis nach Behandlung mit Autovakzine aus Rachenabstrich ist beschrieben (WOJTACHA, A. et al.: Case Rep. Clin. Pract. Rev. 2002; 3: 28-30). Vor diesem Hintergrund ist es denkbar, dass die Multiple Sklerose der jungen Frau Folge einer überschießenden Immunreaktion auf die Autovakzine ist. Angesichts des zweifelhaften Nutzens und der möglichen Risiken warnen wir vor der Anwendung von Autovakzinen zur "Immunstimulation".



*

Die Patientin injiziert selbst und spritzt statt intrakutan subkutan.



© arznei-telegramm 02/03