a-t 1998; Nr. 2: 26-7

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Streptokokkenangina - Diagnose per Schnelltest: In den kalten Monaten erkranken vor allem Schulkinder an Halsentzündungen durch (βhämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes). Behandlungsversuche mit Lokalantibiotika wie Tyrothricin (z.B. in DORITHRICIN) gelten als Kunstfehler (a-t 9 [1994], 82). Eine systemische Therapie vorzugsweise mit Penicillin V (ISOCILLIN u.a.) wird erforderlich, um rheumatischem Fieber mit möglichen Herzklappendefekten vorzubeugen. Die Diagnose lässt sich anhand der klinischen Symptome allein meist nicht sichern, da virale und andere bakterielle Infektionen ähnlich in Erscheinung treten (a-t 2 [1996], 18). Kulturen aus einem Rachenabstrich liefern ein Ergebnis frühestens nach 14 bis 18 Stunden. In der Praxis finden daher zunehmend Schnelltests Verwendung, die innerhalb von 10 bis 15 Minuten das aus der Zellwand gelöste Gruppenantigen C mittels Immunoassay nachweisen. Sie entdecken 91% bis 98% der mit A-Streptokokken Infizierten korrekt (Sensibilität) und weisen 95% bis 99,5% der Nicht-Infizierten richtig als negativ aus (Spezifität, siehe Tabelle). Bleibt der Test negativ, lässt sich eine Infektion nur zuverlässig ausschließen, wenn zusätzlich eine Kultur angelegt wird. Die meisten Schnelltests benötigen neben einem Reagenzglas eine sog. Reaktionsplatte, von der die Ablesung erfolgt. Dies bedeutet mehr Materialaufwand. Gleichzeitig wird aber automatisch angezeigt, ob der Test korrekt durchgeführt wurde. Nur bei EQUATE, bei dem sich das Ergebnis direkt im Reagenzglas ablesen lässt (Farbumschlag), erfolgt die Kontrolle nach Bedarf separat. Dieser mit unter 4 DM preiswerteste Test (3,86 DM) muss als einziger im Kühlschrank aufbewahrt werden. Von den aufwendigeren Produkten ermöglichen RAPITEST (4,50 DM) und CLEARVIEW (5,29 DM) eine Schnelldiagnose für rund 5 DM. Das ABBOTT TESTPACK (6,04 DM) kostet 15% bis 35% mehr, ICON (8,63 DM) 60% bis 90%, DIRECTIGEN (11,79 DM) mehr als zweimal so viel.


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