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Kurz und bündig

Implantierbare Defibrillatoren gegenüber Antiarrhythmika im Vorteil: Nach Aufnahme von 1.000 der vorgesehenen 1.200 Patienten beendet eine Zwischenauswertung die 1993 begonnene randomisierte AVID-Studie (Antiarrhythmics versus Implantable Defibrillators) vorzeitig: Unter Einnahme der Antiarrhythmika Amiodaron (CORDAREX) beziehungsweise Sotalol (SOTALEX u.a.) liegt die Mortalität 38% höher als nach Implantation eines Defibrillators. Aufgenommen waren Patienten im mittleren Alter von 65 Jahren mit Kammerflimmern oder lebensbedrohlichen ventrikulären Tachyarrhythmien in der Vorgeschichte. Der Überlebensvorteil für die mit Defibrillator versorgten Patienten nimmt zwar im zweiten und dritten Behandlungsjahr ab, bleibt jedoch signifikant (Circulation 95 [1997], 2465). Die Ergebnisse der AVID-Studie werden wesentlich zur Klärung der optimalen Behandlungsstrategie bei Patienten mit lebensbedrohlichen ventrikulären Tachyarrhythmien beitragen. Eine umfassende Wertung ist aber erst nach Veröffentlichung der kompletten Daten möglich. Neben genauen Angaben zu Erkrankungen und Begleitmedikation (z.B. Betablocker, ACE-Hemmer, Azetylsalizylsäure) interessiert, wie sich die Ergebnisse bei Sotalol und Amiodaron, das als wirksamer einzuschätzen ist, unterscheiden. Defibrillator-Implantationen dürften doppelt so hohe Gesamtkosten verursachen. Für eine Kosten/Nutzen- Abschätzung ist entscheidend, wie viele Patienten absolut vom Defibrillator im Vergleich zu Antiarrhythmika profitieren. Weitere Studien mit vergleichbarer Fragestellung (CIDS = Canadian Implantable Defibrillator Study und CASH = Cardiac Arrest Study of Hamburg) stehen kurz vor dem Abschluss. Bereits im Vorjahr wurde eine kleinere Studie bei Postinfarkt-Patienten mit nicht anhaltenden ventrikulären Tachykardien wegen besserer Wirksamkeit von implantierbaren Defibrillatoren im Vergleich zu Antiarrhythmika abgebrochen. Aufgrund methodischer Mängel und nach heutigem Kenntnisstand ungeeigneter Antiarrhythmikawahl sind diese Ergebnisse jedoch für Therapie-Empfehlungen wertlos (MADIT-Studie; MOSS, J. et al.: N. Engl. J. Med. 335 [1996], 1933 / ati d.)

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