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Interessierte Laien bzw. Patienten finden in der von uns mitgegründeten - ebenfalls von der Pharmaindustrie unabhängigen - Verbraucherzeitschrift Gute Pillen - Schlechte Pillen Rat.

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Unser Verlagsgebäude, der Wasserturm auf dem Friedhof Bergstraße in Berlin-Steglitz. Foto: © W. Becker-Brüser

arznei-telegramm® 2018; 49: 97-8

DIE NEUE MEDIZINPRODUKTE-VERORDNUNG
... ein Werk von Lobbyisten

Ist ein Abfallprodukt wie ein Mandarinennetz als Medizinprodukt zur operativen Linderung von Beckenbodenbeschwerden zertifizierbar? Oder eine fiktive, erkennbar fehlerhaft konzipierte Hüftprothese? Beide hätten wohl ein CE-Logo für den gesamten europäischen Raum erhalten, wenn die investigativen Journalisten ihre Undercoveraktionen, bei denen sie die vermeintlichen Medizinprodukte Prüfstellen vorstellten, nicht abgebrochen hätten. In Europa scheint vieles möglich zu sein. „Schrott mit CE-Zeichen“ (a-t 2012; 43: 89-90) ist weiterhin Realität. Zertifizierungen von Medizinprodukten der Hochrisikoklasse III – also beispielsweise Brustimplantate, künstliche Gelenke und Herzklappen – werden zwischen zwei privaten Firmen ausgehandelt: den Anbietern und den Benannten Stellen. In Europa vergeben private Firmen wie Dekra oder TÜV das CE-Logo, ohne dass deren Nutzen-Schaden-Bewertungen – sofern sie überhaupt existieren – öffentlich zugänglich sind.  mehr 

blitz-a-t vom 12. Dezember 2018

blitz-a-t: ETHINYLESTRADIOL + DIENOGEST (VALETTE U.A.): THROMBOEMBOLIERISIKO ERHÖHT

Das Risiko venöser Thromboembolien (VTE) unter Ethinylestradiol (EE)-Dienogest-Kombinationen (VALETTE, Generika) zur hormonellen Kontrazeption konnte mangels ausreichender Daten bislang nicht beurteilt werden. Dies führte 2017 zu einer europaweiten Anwendungsbeschränkung bei Akne, für die die Mittel ebenfalls zugelassen sind (vgl. a-t 2013; 44: 103-4; a-t 2017; 48: 117).

Jetzt veranlassen die Ergebnisse einer Metaanalyse von vier prospektiven kontrollierten Beobachtungsstudien mit Daten von mehr als 228.000 Anwenderinnen hormoneller Kontrazeptiva den Anbieter Jenapharm zu einem Rote-Hand-Brief:  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 95

Mehr Wasser trinken gegen rezidivierende Zystitis?

Eine aktuell publizierte Studie untersucht erstmals randomisiert die Frage, ob bei rezidivierender Zystitis eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr weitere Rezidive verhindern kann. 140 nicht schwangere gesunde Frauen vor der Menopause mit anamnestisch wenigstens drei Blasenentzündungen in den letzten zwölf Monaten, berichteter Trinkmenge unter 1,5 l pro Tag und Osmolalität von wenigstens 500 mOsm/kg im 24-Stunden-Urin sowie Urinvolumen unter 1,2 l nehmen teil. Sie sind im Mittel 36 Jahre alt und zu 92% sexuell aktiv.  freier Zugang 

arznei-telegramm® 2018; 49: 93-4

ATROPIN-AUGENTROPFEN GEGEN KURZSICHTIGKEIT?

Wie schätzen Sie die Gabe von Atropin-Augentropfen ein zur Reduktion des Fortschreitens der Myopie im Kindes- und Jugendalter?

N.N. (Name etc. in a-t 11/2018 genannt)

Bei der Kurzsichtigkeit – Myopie – liegt der optische Brennpunkt entfernterer Objekte vor der Netzhaut, meist aufgrund eines zu langen Augapfels. Die Sicht auf entferntere Gegenstände ist daher unscharf. Eine Myopie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter, kann aber auch im jungen Erwachsenenalter noch neu auftreten. Bei der Mehrzahl der Betroffenen soll die Kurzsichtigkeit nach Schätzungen in einer Langzeitstudie spätestens im Alter von 20 bis 25 Jahren nicht weiter fortschreiten. Die Prävalenz der Myopie nimmt weltweit so stark zu, dass bereits von einer Epidemie gesprochen wird.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 91-3

ANTIKÖRPER ERENUMAB (AIMOVIG) ZUR MIGRÄNEPROPHYLAXE

Mit einer Prävalenz von 15% ist Migräne eine der häufigsten Kopfschmerzformen. Die höchste Prävalenz besteht zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr. In dieser Lebensphase sind Frauen bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer. Mit zunehmendem Alter nehmen Zahl und Schwere der Anfälle ab. Eine medikamentöse Prophylaxe ist gemäß der deutschen S1-Leitlinie unter anderem dann angezeigt, wenn drei oder mehr Migräneattacken pro Monat auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen, bei Anfällen, die regelmäßig länger als 72 Stunden anhalten oder auf eine Akuttherapie nicht ansprechen, sowie bei Patienten, die die Störwirkungen der Akuttherapie nicht tolerieren oder aufgrund zunehmender Attackenhäufigkeit Schmerz- oder Migränemittel an mehr als zehn Tagen im Monat einnehmen.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 89-90

ERHÖHEN ACE-HEMMER DAS LUNGENKREBSRISIKO?

Müssen jetzt (Stand 1. Nov. 2018) auch alle Patienten mit ACE-Hemmern umgestellt werden? Nach einer aktuellen Kohortenstudie sollen ACE-Hemmer mit erhöhtem Lungenkrebsrisiko einhergehen.1

N.N. (Name etc. in a-t 11/2018 genannt)

1HICKS, B.M. et al.: BMJ 2018; 363: k4209 (8 Seiten)

Die aktuell publizierte bevölkerungsbasierte Kohortenstudie zum Lungenkrebsrisiko unter ACE-Hemmern beruht auf der britischen Praxisdatenbank CPRD, einer Forschungsdatenbank, in der die anonymisierten Patientendaten von etwa 700 britischen Hausarztpraxen erfasst sind, darunter demografische und Lebensstilinformationen, Daten zu medizinischen Diagnosen und Eingriffen sowie Verordnungsdaten. Betrachtet wird in der Studie der Zwölfjahreszeitraum von Anfang 1995 bis Ende 2016 und darin alle Patienten, die neu auf eine Klasse von Antihypertensiva eingestellt und mindestens ein Jahr nachbeobachtet werden und bei denen keine frühere Krebsdiagnose besteht (n = 992.061). Um ähnliche Indikationen sicherzustellen, werden ACE-Hemmer primär mit AT-II-Blockern verglichen.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 88

ERHÖHTES PARKINSON-RISIKO DURCH METHYLPHENIDAT (RITALIN, GENERIKA)?

Das amphetaminartige Psychostimulans Methylphenidat (RITALIN, Generika) wird seit Jahrzehnten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) angewendet (a-t 1996; Nr. 4: 38-9). Die Auswirkungen einer langjährigen Psychostimulanzieneinnahme auf die Gehirnreifung von Kindern sind jedoch nicht bekannt. Nach tierexperimentellen Daten könnte Methylphenidat bei chronischer Anwendung PARKINSON-artige Erkrankungen begünstigen (a-t 2002; 33: 16 und 2005; 36: 33-5).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 85

KIJIMEA REIZDARM gegen Reizdarmsyndrom?

„Darmbeschwerden? Für uns kein Thema mehr!“ – So und ähnlich wirbt Anbieter Synformulas für das Medizinprodukt KIJIMEA REIZDARM Kapseln, das das Bifidobakterium Bifidum MIMBb75 enthält. Wir finden zu diesem Bakterienstamm eine randomisierte Doppelblindstudie, in der 122 Patienten mit mildem bis moderatem Reizdarmsyndrom vier Wochen lang einmal täglich eine Kapsel mit 10 koloniebildenden Einheiten Bifidum MIMBb75 oder Plazebo einnehmen.  freier Zugang 

arznei-telegramm® 2018; 49: 82-3

NEUE EUROPÄISCHE HYPERTONIE-LEITLINIE:
Klassifikation, Behandlungsbeginn, Zielwerte

Die Publikation der Hypertonie-Leitlinie der US-amerikanischen kardiologischen Gesellschaften AHA/ACC Ende letzten Jahres, in der erstmals die seit Jahrzehnten allgemein gültigen Schwellenwerte für Bluthochdruck von 140/90 mmHg auf 130/80 mmHg gesenkt wurden, hat eine kontroverse Diskussion ausgelöst. Auch in den USA sind den Empfehlungen nicht alle anderen Fachgesellschaften gefolgt (a-t 2017; 48: 111-3). Mit Spannung wurde daher die aktuell publizierte Leitlinie der europäischen Gesellschaften für Kardiologie (ESC ) und Hypertonie (ESH ) erwartet.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 81-2

VORHOFFLIMMERN: NEUE ORALE ANTIKOAGULANZIEN IN DER „REALEN WELT“

Derzeit wird eine Schwemme so genannter „Real World“-Studien zu neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK), vor allem zu Apixaban (ELIQUIS), Dabigatran (PRADAXA) und Rivaroxaban (XARELTO) publiziert, die deren Zulassungsstudien für nichtvalvuläres Vorhofflimmern „validieren“ und ihre Wirksamkeit und Sicherheit im Vergleich zu Cumarin-Antikoagulanzien auch im Alltag „beweisen“ sollen. Abgesehen davon, dass der Begriff „Real World“-Studie nicht exakt und teils sogar widersprüchlich definiert ist, können solche meist retrospektiven Analysen von Verordnungsdaten die Ergebnisse randomisierter Studien aus methodischen Gründen weder bestätigen noch widerlegen.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 85-7

ERHÖHTES HAUTKREBSRISIKO UNTER HYDROCHLOROTHIAZID – WAS TUN?

Bei einem 85-Jährigen entwickelt sich nach mehr als zehnjähriger Therapie mit dem Thiaziddiuretikum Hydrochlorothiazid (HCT; ESIDRIX, Generika) gegen arterielle Hypertonie am Unterarm ein Plattenepithelkarzinom aus einem intraepidermalen In-situ-Karzinom (Morbus BOWEN) und ein weiterer Morbus BOWEN am Dekolletee (NETZWERK-Bericht 17.528). Den Bericht erhalten wir verbunden mit dem Hinweis auf eine Ende 2017 publizierte Fallkontrollstudie, die auf nationalen Registerdaten aus Dänemark basiert und 8.629 Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Haut zwischen 2004 und 2012 einbezieht. Die Einnahme einer kumulativen Dosis von wenigstens 50 g HCT (entsprechend 2.000 Tagesdosierungen zu 25 mg oder einer etwa 5,5-jährigen Einnahme dieser Dosis) ist danach mit einem vierfach erhöhten Risiko von Plattenepithelkarzinomen der Haut assoziiert (adjustierte Odds Ratio [OR] 3,98; 95% Konfidenzintervall [CI] 3,68-4,31).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 79

Diabetes – Omega-3-Fettsäuren zur kardiovaskulären Prävention?

Hoher Fischkonsum und erhöhte Aufnahme von Fischöl (Omega-3-Fettsäuren; OMACOR u.a.) werden mit einem Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen in Verbindung gebracht. Randomisierte Studien zum Nutzen einer Fischöl-Supplementierung kommen allerdings zu widersprüchlichen Ergebnissen (a-t 2007; 38: 114-6 und 2010; 41: 19-23). Die aktuell veröffentlichte große doppelblinde ASCEND-Studie untersucht nun den Nutzen von Omega-3-Fettsäuren zur kardiovaskulären Prophylaxe bei 15.480 Diabetespatienten ohne manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankung.  freier Zugang 

blitz-a-t vom 8. Oktober 2018

blitz-a-t: WEITERE ANWENDUNGSBESCHRÄNKUNGEN FÜR GYRASEHEMMER

Der europäische Pharmakovigilanz- Ausschuss (PRAC) empfiehlt weitere Anwendungsbeschränkungen* für Gyrasehemmer wie Ciprofloxacin (CIPROBAY, Generika) und Levofloxacin (TAVANIC, Generika). Hintergrund sind sehr seltene mit Behinderung einhergehende und potenziell lang anhaltende Störwirkungen hauptsächlich an Muskeln, Sehnen, Knochen und Nervensystem.   mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 75-6

NEUE INDIKATION – RIVAROXABAN (XARELTO) BEI STABILER KHK UND PAVK

Der ursprünglich zur Thromboembolieprophylaxe und später vor allem auch bei Vorhofflimmern angebotene Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban (XARELTO; a-t 2008; 39: 109-11 und 2012; 43: 2-4, 11-2) ist seit August 2018 in niedriger Dosierung von zweimal täglich 2,5 mg zusätzlich zu Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN, Generika) zur „Prophylaxe atherothrombotischer Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK) oder symptomatischer peripherer arterieller Verschlusserkrankung (pAVK) und einem hohen Risiko für ischämische Ereignisse“ zugelassen. Bisher können zweimal täglich 2,5 mg Rivaroxaban in Kombination mit ASS plus Clopidogrel (PLAVIX, Generika) oder Ticlopidin (TIKYLD, Generika) schon beim akuten Koronarsyndrom eingesetzt werden. Wegen schwerwiegender Mängel der dieser Indikation zu Grunde liegenden ATLAS-Studie und kritischer Nutzen-Schaden-Relation hatte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung verweigert und wir von der Anwendung bei akutem Koronarsyndrom abgeraten (siehe a-t 2013; 44: 57-9).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 76-8

ALUMINIUM IN IMPFSTOFFEN

Wir diskutieren immer wieder über die potenzielle Toxizität von Aluminium in Impfstoffen. Können Sie uns dazu fundierte unabhängige Informationen geben?

N.N. (Name etc. in a-t 9/2018 genannt)
Interessenkonflikt: keiner

Eine Verstärkung der Immunreaktion durch Hinzufügen von Aluminium wurde erstmals 1926 für den Diphtherie-Impfstoff beschrieben. Seither werden Aluminiumsalze in zahlreichen Totimpfstoffen eingesetzt und sind dort die am häufigsten verwendeten Adjuvanzien (Wirkverstärker) überhaupt. Die Impfantigene sind dabei an Aluminiumhydroxid oder -phosphat adsorbiert. Wie aluminiumhaltige Adjuvanzien die Immunantwort potenzieren, ist bis heute unklar: Diskutiert werden neben einem Depoteffekt die Förderung der Aufnahme des Antigens durch Antigen-präsentierende Zellen (z.B. Makrophagen) sowie eine direkte Immunstimulation.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 73-5

VON VALSARTAN BIS LUNAPHARM
... welche Konsequenzen folgen daraus?

Arzneimittel bergen die Gefahr unerwarteter unerwünschter Wirkungen. Das gehört, wie es der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ausdrückt, „leider zu den Risiken des Geschäfts“. Wenn jedoch selbst wohlhabende Industrieländer noch nicht einmal eine gleich bleibende Qualität von Arzneimitteln sicherstellen können, läuft etwas grundlegend schief. Zwar gingen die Skandale der vergangenen Monate zum Teil mit krimineller Energie einher – etwa bei den gestreckten Zytostatika, die in einer Bottroper Apotheke hergestellt wurden, oder bei den illegalen Importen gestohlener, möglicherweise nicht mehr voll wirksamer Krebsmittel durch den Brandenburger Arzneimittelhändler Lunapharm –, zu den schweren Folgen haben jedoch Versäumnisse von Überwachungsbehörden, Firmen und Politik wesentlich beigetragen. Ein solches Multisystemversagen alarmiert.  mehr 

blitz-a-t vom 14. September 2018

blitz-a-t: WEITERES NITROSAMIN IN VALSARTAN ENTDECKT – AUCH IN CHARGEN VOR 2012

Die Verunreinigung des Angiotensin-II-Antagonisten Valsartan mit Nitrosaminen ist komplexer als bisher absehbar. Bislang war bekannt, dass Umstellungen im Syntheseprozess beim chinesischen Lohnhersteller Zhejiang Huahai im Jahr 2012 zu Verunreinigungen durch N-Nitrosodimethylamin (NDMA) geführt haben. Diese wurden jedoch erst in diesem Jahr erkannt. In den vergangenen Wochen mussten daraufhin allein in Deutschland Chargen von mehr als 100 Valsartan-Präparaten aus dem Handel gezogen werden (a-t 2018; 49: 65-7). Jetzt ist ein weiteres Nitrosamin in Valsartan entdeckt worden, das Zhejiang Huahai bereits vor der Umstellung des Herstellungsprozesses produziert hat: N-Nitrosodiethylamin (NDEA). Darüber informieren gleichzeitig Arzneimittelbehörden in Europa (EMA), den USA (FDA) und Kanada (Health Canada).   mehr  

blitz-a-t vom 12. September 2018

blitz-a-t: ANWENDUNGSBESCHRÄNKUNGEN FÜR IBEROGAST – 10 JAHRE ZU SPÄT

Seit Jahren weigert sich die Firma Bayer,* Anwendungsbeschränkungen in die Produktinformation der Schöllkraut-haltigen und daher potenziell hepatotoxischen Kräutertinktur IBEROGAST aufzunehmen, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits 2008 angeordnet hat (vgl. a-t 2008; 39: 95-7, 2015; 46: 31-2, 2018; 49: 22-3). Neue dem BfArM zugegangene Nebenwirkungsmeldungen erhärten jetzt den Verdacht auf Hepatotoxizität von IBEROGAST, darunter ein im Juli 2018 bekannt gewordener zweiter Bericht über Leberversagen mit Notwendigkeit der Lebertransplantation, das anders als in einem früheren Bericht (vgl. a-t 2016; 47: 87) tödlich endete. Informationen der meldenden Ärzte sollen einen Zusammenhang mit der Anwendung von IBEROGAST nahelegen.   mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 71

Vaginalatrophie: Kein Vorteil für intravaginale Östrogene?

Bei Symptomen einer vulvovaginalen Atrophie in der Postmenopause wie Juckreiz, Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr empfehlen Leitlinien zunächst hormonfreie Feuchtigkeitscremes und Gleitmittel, zum Teil aber auch bereits primär niedrig dosierte intravaginale Östrogene. Es liegen jedoch bisher nur kleine Studien vor, die hormonfreie und Östrogen-haltige intravaginale Zubereitungen vergleichen (siehe Kasten in a-t 2016; 47: 62-3). Nun ist die erste größere Untersuchung veröffentlicht worden.  mehr 

blitz-a-t vom 7. September 2018

blitz-a-t: „GRIPPE“-IMPFSTOFFE 2018/19

Unser jährlicher Überblick über die Grippeimpfstoffe der aktuellen Saison signalisiert: Das Angebot schrumpft, und die seit 2013/14 angebotenen tetravalenten Vakzinen dominieren erstmals (s. Tabelle). Dies überrascht nicht, da die Ständige Impfkommission (STIKO) seit Anfang 2018 nur noch tetravalente Grippevakzinen empfiehlt und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Empfehlung gefolgt ist (e a-t 4/2018b vom 13. Apr. 2018).1,2 Diese Vakzinen enthalten neben zwei Influenza-A-Virusstämmen zusätzlich zwei B-Stämme und damit einen mehr als trivalente Impfstoffe.  mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 70-1

Blockade des Adrenalin-Autoinjektors EMERADE

Ende Juni informiert Bausch + Lomb über Blockaden, die „in sehr seltenen Fällen“ während der Stabilitätsprüfung des Adrenalin-Autoinjektors EMERADE aufgetreten sind. Zugelassen ist der Autoinjektor zur Notfallbehandlung schwerer akuter allergischer Reaktionen. Bleibt nach der ersten Injektion eine klinische Besserung aus, kann mit einem zweiten Pen eine weitere Dosis 5 bis 15 Minuten nach der ersten injiziert werden. In der Fachinformation wird empfohlen, Patienten zwei Autoinjektoren zu verschreiben, die diese zu jeder Zeit bei sich tragen sollten.  freier Zugang 

blitz-a-t vom 30. August 2018

blitz-a-t: DIABETES MELLITUS: FOURNIER-GANGRÄN UNTER SGLT-2-HEMMERN

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt vor einer seltenen, aber schwerwiegenden nekrotisierenden Fasziitis der Genitalien oder des Perineums (FOURNIER-Gangrän) unter SGLT-2-Hemmern wie Dapagliflozin (FORXIGA, in XIGDUO; a-t 2013; 44: 1-3) oder Empagliflozin (JARDIANCE; a-t 2014; 45: 75 und 2016; 47: 65-6). Die Behörde überblickt in den fünf Jahren zwischen März 2013 und Mai 2018 zwölf Berichte über die potenziell lebensbedrohliche bakterielle Infektion in Verbindung mit den bei Typ-2-Diabetes zugelassenen Mitteln. Die betroffenen Patienten, darunter fünf Frauen, sind bei Auftreten der Gangrän – 7 Tage bis 25 Monate nach Therapiebeginn – 38 bis 72 Jahre alt.  mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 72

SICHERHEIT LANGWIRKENDER BETAMIMETIKA BEI ASTHMA BRONCHIALE

Langwirkende Betamimetika-Inhalate (LABA) wie Salmeterol (SEREVENT u.a.) dürfen bei Asthma bronchiale nur in Kombination mit Kortikoiden verwendet werden. Die alleinige Inhalation von LABA ist mit erhöhtem Risiko für Asthma-bedingten Tod assoziiert (vgl. a-t 2010; 41: 47-8). Zur Klärung der Frage, ob auch bei Kombination mit inhalativen Glukokortikoiden ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Asthmakomplikationen besteht, forderte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA 2011 von Arzneimittelherstellern fünf große sechsmonatige randomisierte doppelblinde Sicherheitsstudien zum Vergleich der Kombinationen gegenüber inhalativem Glukokortikoid allein – vier bei Erwachsenen und Jugendlichen sowie eine bei Kindern.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 71-2

PERSISTIERENDE SEXUELLE DYSFUNKTIONEN NACH FINASTERID

1994 wurde der 5-Alpha-Reduktasehemmer Finasterid (PROSCAR, Generika, 5 mg/Tag) zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie in Deutschland in den Handel gebracht, 1999 ein niedriger dosiertes Finasterid-Präparat (PROPECIA, Generika, 1 mg/Tag) gegen androgenetisch bedingten Haarausfall (a-t 1994; Nr. 12: 114-5 und 1999; Nr. 2: 22-3). Eine Zunahme sexueller Dysfunktionen unter der Einnahme ist in Zulassungsstudien beschrieben. Nach Markteinführung gehen den Behörden jedoch Berichte über Erektionsstörungen zu, die nach Absetzen persistieren. 2008 wird zunächst die Fachinformation zu PROPECIA um einen entsprechenden Hinweis ergänzt, 2011 auch die zu PROSCAR. Jetzt warnen die Anbieter der Finasterid-Originale und -Generika in einem gemeinsamen Rote-Hand-Brief vor sexuellen Dysfunktionen, die nach Absetzen der Therapie länger als zehn Jahre fortbestehen können.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 68-70

SCHIZOPHRENIE:CARIPRAZIN (REAGILA)

Mit Cariprazin (REAGILA) ist seit April 2018 ein weiteres so genanntes atypisches Neuroleptikum zur Behandlung Erwachsener mit Schizophrenie im Handel. Es soll wie Aripiprazol (ABILIFY, Generika; a-t 2004; 35: 81-2) partialagonistisch an Dopamin-Rezeptoren wirken, dabei aber als erster Vertreter seiner Substanzklasse bevorzugt an Dopamin-D3-Rezeptoren binden. Obwohl unklar ist, ob sich daraus klinische Vorteile ableiten lassen, wird eine überlegene Wirksamkeit bei Negativsymptomen propagiert. In den USA ist das Mittel seit 2016 gegen Schizophrenie und bipolare Störung auf dem Markt.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 67-8

STIKO EMPFIEHLT HPV-IMPFUNG FÜR JUNGEN

Ende Juni – und damit zwei Monate früher als angekündigt – ist die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Kraft getreten, nun auch Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen humane Papillomviren (HPV) zu immunisieren. Bis zum Alter von 17 Jahren wird eine Nachholimpfung angeraten. Auch andere Länder empfehlen die HPV-Impfung für Jungen, darunter Österreich, die Schweiz, Schweden, Norwegen, USA, Kanada, Australien und Neuseeland.

Ein gewisser Schutz dürfte sich bei Jungen auch durch Herdeneffekte erreichen lassen:  mehr 

blitz-a-t vom 27. Juli 2018

blitz-a-t: VERUNREINIGUNG MIT NITROSAMIN NDMA
... jetzt auch Irbesartan unter Verdacht

Es geht leider weiter: Nach dem Rückruf von 106 Valsartan-haltigen Arzneimitteln wegen möglicher Verunreinigung mit dem Kanzerogen N-Nitrosodimethylamin (NDMA; a-t 2018; 49: 65-6) steht jetzt mit Irbesartan ein weiterer Angiotensin-II-Antagonist unter Verdacht. Die Firma Hormosan ruft eigenverantwortlich verschiedene Chargen von IRBESARTAN HORMOSAN 150 mg zurück sowie eine Charge IRBESARTAN HORMOSAN 300 mg.1 Der Verdacht wird genauso vage formuliert wie in den ersten Tagen für Valsartan-Präparate.   mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 65-6

MEHR ALS 100 VALSARTAN-PRÄPARATE MIT KANZEROGEN KONTAMINIERT
... eine Rückruflawine ohnegleichen

Am 4. und 5. Juli 2018 schrecken knappe Mitteilungen des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) Fachkreise und Patienten auf. Angekündigt wird ein „vorsorglicher“ chargenweiser Rückruf von „nur einigen“ Valsartan-haltigen Arzneimitteln, deren Wirkstoff vom chinesischen Lohnhersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical stammt und der mit einem potenziellen Kanzerogen verunreinigt sein kann. Welche Valsartan-Präparate betroffen sind, teilen die Behörden nicht mit. Ob und in welcher Konzentration das Kanzerogen N-Nitrosodimethylamin in den Präparaten enthalten ist, werde geprüft und auch, ob möglicherweise noch andere Arzneimittel betroffen sind, die chemisch verwandte Wirkstoffe enthalten.  mehr 

blitz-a-t vom 26. Juli 2018

blitz-a-t: BESTÄTIGT: ZURÜCKGERUFENE VALSARTAN-TABLETTEN ENTHALTEN NDMA
... bis 22,0 µg pro Tablette

Mehr als 100 Valsartan-haltige Arzneimittel wurden allein in Deutschland in den letzten Tagen „vorsorglich“ aus dem Handel zurückgerufen, weil Verdacht auf Verunreinigung mit dem Kanzerogen Nitrosodimethylamin (NDMA) besteht. Die insgesamt 16 betroffenen Firmen haben den Wirkstoff Valsartan vom chinesischen Lohnhersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical bezogen (blitz-a-t vom 11. Juli 2018). Ob und in welcher Konzentration das Kanzerogen in den Präparaten tatsächlich enthalten ist, werde geprüft – so die Behörden. Klarheit hierzu schafft jetzt das von den Apothekerkammern der Bundesländer getragene Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL, Eschborn).    mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 62-4

ENTZUGSSYNDROM NACH ABSETZEN VON VENLAFAXIN (TREVILOR, GENERIKA)

Eine 46 Jahre alte Patientin nimmt wegen Panikstörung täglich 75 mg Venlafaxin (TREVILOR, Generika) ein. Unter der Therapie bleiben die Attacken aus. Nach fünfmonatiger Einnahme wird die Dosis halbiert. Nach Absetzen des Mittels zwei Monate später fühlt sich die Patientin schlecht, sie leidet unter grippeähnlichen Symptomen, Benommenheit und Übelkeit, was den behandelnden Hausarzt und Melder an eine Entzugssymptomatik denken lässt. Wegen anhaltend schlechten Befindens und Schlafstörungen beginnt sie nach achtmonatiger Pause erneut mit der Einnahme, worunter die allgemeinen Missempfindungen nachlassen und der Schlaf sich bessert. Bei zwei weiteren Versuchen, Venlafaxin abzusetzen, stellen sich jedes Mal erneut Beschwerden im Sinne von Entzugssymptomen ein. Der meldende Arzt hat bei weiteren Patienten Entzugsbeschwerden nach Beendigung einer Venlafaxintherapie beobachtet, darunter Symptome wie „Blitze im Kopf“. Mitbehandelnde Ärzte hätten jedoch, so die Klage einer Betroffenen, mit Unverständnis reagiert (NETZWERK-Bericht 17.516).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 60-1

STATINE: KOGNITIVE EINSCHRÄNKUNG ODER DEMENZ ALS NEBENWIRKUNG?

Im Rahmen meiner hausärztlichen Versorgung betreue ich viele Patienten, welche primär- oder sekundärprophylaktisch Statine einnehmen. Ich wurde bereits mehrfach mit der Frage nach Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit bis hin zur Entwicklung einer Demenz als Langzeitnebenwirkung dieser Substanzgruppe konfrontiert. Wie ist hierzu die Datenlage?

N.N. (Name etc. in a-t 7/2018 genannt)
Interessenkonflikt: keiner

Um die Frage einer eingeschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit oder gar Entwicklung einer Demenz unter Statinen gibt es seit Jahren eine kontroverse Diskussion. 2012 hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA auf der Basis von Fallberichten vor seltenen Gedächtnisstörungen in Verbindung mit Statinen gewarnt, die nach Absetzen reversibel sind. Auch in hiesige Fachinformationen wurde 2011 ein Hinweis auf Gedächtnisverlust als potenzielle unerwünschte Wirkung von Statinen aufgenommen. Diese Warnungen einerseits und die Publikation diverser Beobachtungsstudien, in denen ein Schutz vor Demenz durch Statineinnahme beschrieben wird, andererseits lassen die Datenlage unübersichtlich und widersprüchlich erscheinen.  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 58-60

BEZLOTOXUMAB (ZINPLAVA) ZUR REZIDIVPROPHYLAXE DER C.-DIFFICILE-ASSOZIIERTEN DIARRHÖ

20% der Patienten mit Durchfall aufgrund einer Infektion mit dem grampositiven Sporenbildner Clostridium (C.) difficile erleiden ein Rezidiv. Nach mehreren durchgemachten Rückfällen steigt die Rezidivrate auf bis zu 60%. Wie Rezidive optimal behandelt werden, ist nur unzureichend untersucht. Gemäß europäischer und US-amerikanischer Leitlinien wird ein erstmaliger Rückfall wie die initiale Episode zehn Tage lang per os behandelt, bevorzugt mit Vancomycin (VANCOMYCIN DR. EBERTH u.a.) – das ggf. mehrere Wochen ausgeschlichen wird – oder dem seit 2013 angebotenen Fidaxomicin (DIFICLIR; a-t 2013; 44: 27-8).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 57-8

VORRANG FÜR GENERISCHE NAMEN (INN)
... auch auf den Arzneimittelpackungen

Alle Medikationsfehler sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) prinzipiell vermeidbar. Sie sollen annähernd 1% der Gesundheitsausgaben weltweit verursachen. Ein Teil der Medikationsfehler lässt sich durch bessere Gestaltung der Arzneimittelpackungen verhindern. Hierfür macht jetzt die französische Arzneimittelbehörde ANSM der pharmazeutischen Industrie konkrete Vorschläge. So sollten Dosisstärke, Art der Darreichung und die Zielgruppe (z.B. Kind oder Erwachsener) auf der Hauptseite der Schachtel deutlich erkennbar sein. Vor allem aber sollte die generische Bezeichnung des Wirkstoffs, der internationale Freiname (INN; International Nonproprietary Name), im Zentrum stehen und größer geschrieben werden als der Handelsname (siehe Abb.).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 62

Aus Milde gegenüber der Pharmaindustrie – Warnhinweis auf Packungen von OTC -Analgetika

„Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!“. Diese letztlich unkonkrete Formulierung wird laut Analgetika-Warnhinweis-Verordnung (AnalgetikaWarnHV) demnächst auf den Packungen rezeptfreier (OTC- )Analgetika stehen. Das soll dazu beitragen, dass der in den Beipackzetteln bereits enthaltene Hinweis, die Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei bis vier Tage einzunehmen, besser beachtet wird.  freier Zugang 

arznei-telegramm® 2018; 49: 55

HYPERSENSITIVITÄTSREAKTIONEN AUF FLURBIPROFEN-RACHENTHERAPEUTIKA

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker warnt vor Hypersensitivitätsreaktionen in Verbindung mit Flurbiprofen-haltigen Rachentherapeutika (DOBENDAN DIREKT FLURBIPROFEN u.a.). In 16 von 53 innerhalb von fünf Jahren erfassten Berichten verlaufen die unerwünschten Wirkungen in Verbindung mit Flurbiprofen-Lutschtabletten oder -Rachenspray schwerwiegend und umfassen primär Symptome einer Hypersensitivitätsreaktion einschließlich Schwellungen an Lippen, Zunge oder Rachen, schwere Asthmaanfälle und Blasenbildung der Haut. Unter den Betroffenen sind drei Patienten mit vorbestehendem Asthma bronchiale sowie je einer mit bekannter Wespengiftallergie bzw. Pollinose.  freier Zugang 

arznei-telegramm® 2018; 49: 51

ME TOO: SGLT-2-HEMMER ERTUGLIFLOZIN (IN: STEGLUJAN)

Mit Ertugliflozin (in: STEGLUJAN) hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA jetzt den vierten SGLT-2-Hemmer bei Typ-2-Diabetes EU-weit zugelassen. Einer der drei anderen, Canagliflozin (außer Handel: INVOKANA), wurde in Deutschland nur ein halbes Jahr nach Markteinführung aus dem Handel gezogen, nachdem ihm kein Zusatznutzen zuerkannt wurde und der Anbieter auf Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband verzichtet hatte (a-t 2015; 46: 89). Aus dem gleichen Grund wurde auch Dapagliflozin (FORXIGA) zeitweilig zurückgezogen und später mit deutlichem Preisnachlass wieder angeboten (a-t 2014; 45: 14 und 45-7).  mehr 

arznei-telegramm® 2018; 49: 52-3

LDL-ZIELWERTE ODER FIXE DOSIS?
... Aktuelles zur Strategie der Statintherapie

Aufgrund zunehmend aggressivem Einsatz von CSE-Hemmern mit dem Ziel, die LDL-Werte unter 70 mg/dl zu drücken, bitte ich um Ihre Meinung. Hat sich hier in den letzten Jahren an Ihrer Position zur „Fire and forget“-Strategie (a-t 2011; 42: 28-30) etwas geändert?

N.N. (Name etc. in a-t 6/2018 genannt)
Interessenkonflikt: keiner

Der Vorteil einer Behandlungsstrategie, die eine Titrierung der Statindosis vorsieht, um konkrete LDL-Zielwerte zu erreichen – beispielsweise unter 70 mg/dl gemäß den Empfehlungen der aktuellen europäischen Leitlinie für Patienten mit sehr hohem Gefäßrisiko –, müsste in randomisierten Vergleichen mit patientenrelevanten Endpunkten gegenüber einer Statintherapie in fester, durch Studien gut abgesicherter Dosierung nachgewiesen werden (vgl. a-t 2011; 42: 28-30). Solche Studien liegen weiterhin nicht vor, sodass der Vorteil einer „Treat-to-target“-Strategie immer noch unbewiesen ist.  mehr 

blitz-a-t vom 14. Juni 2018

blitz-a-t: MULTIPLE VERTEBRALE FRAKTUREN NACH ABSETZEN VON DENOSUMAB ALS XGEVA

Die Schweizerische Arzneimittelbehörde SwissMedic und Amgen (Schweiz) warnen erneut vor multiplen Wirbelfrakturen nach Absetzen des RANKL-Antagonisten Denosumab, jetzt in Verbindung mit dem höher dosierten Präparat zur Prävention von Skelettkomplikationen bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen mit Knochenbefall (XGEVA). Das Risikosignal stammt aus laufenden klinischen Studien mit XGEVA. Die Frakturen sind nicht durch Knochenmetastasen bedingt.    mehr  

arznei-telegramm® 2018; 49: 49-51

ZOSTER-TOTIMPFSTOFF SHINGRIX

Seit 2013 ist der bereits 2006 zugelassene abgeschwächte Lebendimpfstoff ZOSTAVAX zur Vorbeugung von Herpes zoster (Gürtelrose) in Deutschland auf dem Markt (a-t 2009; 40: 96-7 und 2013; 44: 97-8). Wegen des abnehmenden Impfschutzes mit zunehmendem Alter und der nur wenige Jahre anhaltenden Wirkdauer (siehe Tabelle) hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut im vergangenen Jahr gegen eine Empfehlung dieser Vakzine als Standardimpfung ausgesprochen. Jetzt hat GlaxoSmithKline (GSK) den rekombinant hergestellten Totimpfstoff SHINGRIX zur Prävention von Herpes zoster und postherpetischer Neuralgie bei Erwachsenen ab 50 Jahren in den Handel gebracht.  mehr