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Kurz und bündig

Vitamin B12 (CYTOBION u.a.) per os genügt: Immer noch wird Vitamin-B12-Mangel hauptsächlich intramuskulär behandelt. Dahinter steht die Befürchtung, dass die Substitution per os mangels Intrinsic-Faktor oder wegen intestinaler Malabsorption versagen könnte. Seit über 20 Jahren ist jedoch bekannt, dass etwa 1% einer eingenommenen Dosis passiv ins Blut übergeht und somit eine orale Substitution ausreicht, wenn sie genügend hoch dosiert wird (a-t 7 [ 1991 ], 61). Mit Minidosierungen von 5-20 µg (B12-VICOTRAT [FORTE], VITAMIN-B12 RATIOPHARM) lässt sich hingegen ein Mangel per os nicht ausgleichen. Bei einem täglichen Umsatz von ungefähr 2 µg genügt für die meisten Patienten die Einnahme von 100 bis 300 µg/Tag (B12-VICOTRAT 100, CYTOBION). Jedoch sind aufgrund individueller Unterschiede in der Absorption selbst bei Einnahme von täglich 500 µg grenzwertige Spiegel möglich. Täglich 1.000 µg (B12 ANKERMANN) bringen langfristig anhaltende gute Ergebnisse. In einer kontrollierten US-amerikanischen Studie nehmen 33 Patienten mit Vitamin-B12-Mangel entweder vier Monate lang täglich 2.000 µg ein, oder sie erhalten an den Tagen 1, 3, 7, 10, 14, 21, 36, 60 und 90 1.000 µg intramuskulär. Antikörper gegen Intrinsic-Faktor, Magen- oder Dünndarm-Operation, schwere chronisch-atrophische Gastritis oder medikamentenbedingte Malabsorption sind Ursachen des Defizits. In beiden Gruppen bessern sich hämatologische und neurologische Veränderungen schnell und ohne Unterschied. Die Einnahme per os geht mit höheren Vitaminspiegeln im Serum einher. Genügend hoch dosiert eignet sich somit die orale Substitution von Vitamin B12 ebenso gut wie intramuskuläre Injektionen, die bisweilen schmerzhaft sind und anaphylaktischen Schock auslösen können (M. ELIA: Lancet 352 [1998], 1721; KUZMINSKI, A. M. et al.: Blood 92 [1998], 1191/ati d).


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