Peptidhormon Leptin - ein körpereigener Appetithemmer? Kaum ein Stoff hat in jüngster Zeit soviel Forschungsinteresse auf sich gezogen wie das erst vor vier Jahren entdeckte Leptin. Das in Fettzellen produzierte Peptidhormon scheint eine zentrale Bedeutung bei der Regulierung des Energiehaushalts und des Körpergewichts zu haben. Seine Entdecker hielten es für eine Art Warnsignal, die das Gehirn über die Menge des Körperfetts informiert und so den Appetit dämpft. Im Tierversuch nimmt nach Zufuhr von Leptin das Körpergewicht ab. Übergewicht des Menschen geht jedoch nicht mit Leptinmangel einher. Im Gegenteil: Die hohen Spiegel, die man hier findet, werden heute als Ausdruck einer Resistenz gegen das Hormon interpretiert. Resistenz könnte sowohl an der Entstehung der Adipositas als auch des Typ-2-Diabetes beteiligt sein. Entsprechend gedämpft sind die Erwartungen an den therapeutischen Nutzen von exogen zugeführtem Leptin. In einer kleinen vor der Amerikanischen Diabetesgesellschaft präsentierten Studie nehmen Übergewichtige innerhalb von sechs Monaten unter hypokalorischer Diät und täglichen Leptininjektionen dosisabhängig 1 kg bis 7 kg ab. Nicht alle Anwender sprechen auf das Hormon an. Häufigste unerwünschte Wirkungen sind Hautreaktionen an der Einstichstelle. Unter hohen Dosierungen entwickeln sich bei Manchen Antikörper, deren klinische Bedeutung nicht geklärt ist (PHILLIPS, D. F.: J. Am. Med. Ass. 280 [1998], 869 / ati d). |
© 1998 arznei-telegramm |