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Nebenwirkungen

VERSCHLECHTERUNG DER DEMENZ UNTER RIVASTIGMIN (EXELON)

Ein nenenswerter positiver Einfluss von Cholinesterase-Hemmern auf den Krankheitsverlauf bei Altersdemenz ist nicht belegt. Australische Gerontologen beschreiben jedoch eine deutliche Verschlechterung des Krankheitsbildes unter Einnahme von Rivastigmin (EXELON) bei drei Patienten mit Demenz im Alter zwischen 68 und 86 Jahren. Unruhe, Agitation, Aggressivität, kognitive Störungen und Verhaltensauffälligkeiten stehen im Vordergrund der mutmaßlich durch Rivastigmin ausgelösten Symptomatik. Ein Patient wird vorübergehend stuhlinkontinent. Innerhalb weniger Tage bis zwei Monate nach Absetzen des Mittels bessern sich die Beschwerden.1 Die Berichte sind mit dem Risikoprofil von Rivastigmin, wie es sich aus den Zulassungsstudien ergibt, vereinbar. Laut europäischem Bewertungsbericht kommen unerwünschte psychiatrische Wirkungen unter Rivastigmin mit insgesamt 30% häufiger vor als unter Plazebo (24%).2 Die US-amerikanische Produktinformation listet im Einzelnen: Schlaflosigkeit (9% vs. 7%), Verwirrtheit (8% vs. 7%), Depression (6% vs. 4%), Ängstlichkeit (5% vs. 3%), Halluzinationen (4% vs. 3%) und aggressive Reaktionen (3% vs. 2%).3

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