GLOSSAR - Intention to treat (ITT)
beschreibt das für Überlegenheitsstudien geforderte Analyseverfahren, bei dem alle Teilnehmer in ihrer Gruppe ausgewertet werden und eingehen, unabhängig von Protokollverletzungen, Compliance oder verfrühtem Abbruch der Studienteilnahme. Auch bei versehentlichem oder beabsichtigtem Therapiewechsel (z.B.: ein Patient soll Plazebo erhalten, nimmt jedoch tatsächlich Verum ein) erfolgt die Auswertung in der ursprünglich zugeteilten Behandlungsgruppe. ITT ergibt eine realistische, konservative Einschätzung des Behandlungseffektes und spiegelt die therapeutische Realität im praktischen Alltag mit suboptimaler Compliance und Verordnungs- oder Einnahmefehlern wider. Zudem wird eine Verzerrung der Ergebnisse verhindert, die z.B. durch ungleiche Abbruchraten in den verschiedenen Behandlungsgruppen entstehen kann.
© 2010 arznei-telegramm, publiziert am 18. Juni 2010
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